Europäische Klangreise gestaltet

Nächstes Konzert des Ensembles vis-a-vis ist am 7. März in Burgdorf. (Foto: N. Altiparmak)

Ensemble vis-a-vis singt am 7. März in Burgdorf

LEHRTE (r/gg). Der kleine Lehrter Chor „ensemble vis-á-vis“ machte bei seinem zweiten Programm unter der Leitung von Gabriel Gutzmann eine „europäischen Klangreise“. In der Markuskirche am Distelborn sang das Ensemble diesmal ein rein klassisches Programm. Die Zeitreise ging durch sechs Jahrhunderte, durch Mittel-, Ost-, Süd- und Westeuropa und bot so unterschiedliche Stilrichtungen, dass es mitunter schwerfiel, sich auf das neue Stück einzustellen. Aber so war es gedacht; bei aller modernen Einheit Europas, weiß doch jeder um die enorme geschichtliche Vielfalt. Diese ebenso zu erkennen, wie die Gemeinsamkeiten war Teil dieses paneuropäischen Konzertes.
Das einleitende deutsche Programm allein spannte sich mit Schütz, Mendelssohn-Bartholdy und Distler über vier Jahrhunderte. Kräftig, warmherzig und voll schwelgerischer Romantik kam Mendelssohns „Abschied vom Walde“ daher, gefolgt von frühem Liebeskummer in Distlers „Ein Stündlein nur vor Tag“. In die Frühzeit des europäischen Chorgesangs führte Schütz‘ „Ehre sei dir, Christe“ aus der Matthäuspassion. Wieder romantisierend kam Dvořáks „Es zog manch Lied ins Herz mir ein“ daher, gefolgt von Kodálys sehr geistlichem „Adventi ének“. Aus dem sonnigen Süden kamen Werke von Orlando di Lasso (Matona mia cara), Tomás Luis de Victoria (O magnum mysterium), Jean-Philippe Rameau (Hymne á la nuit, bekannt aus „Die Kinder des M. Matthieu“) und Josquin des Prez‘ „Tausendfachem Bedauern“ (Mille regretz). In England endete die Europareise mit einer Liebeserklärung geistlicher Art von Thomas Tallis (If ye love me) und einer weltlichen von John Dowland (Come again sweet love doth now invite). Die Reisezeiten verkürzten Cello-Soli von J.S. Bach und G. Caspadó, gespielt von Benjamin Brückmann, der, wie auch der Chorleiter, an der Musikhochschule in Hannover studiert. Leider wurde sein Spiel beeinträchtig von der nahezu wirkungslosen Heizung. Schade, denn auch allen anderen machte das zu schaffen und trübte den Genuss. Dennoch zeigte sich neuerlich, dass selbst ein kleiner Laienchor auch schwierige Werke wirkungsvoll gestalten kann. Noch einmal hören kann man das Konzert am Samstag, 7. März, um 17 Uhr in der Friedhofskapelle am Niedersachsenring 22 in Burgdorf.