Europa vor der Haustür

Richard Schulze, Daniel Welz und Nico Pasche freuen sich über die Urkunden für ihre Teilnahme am Europäischen Wettbewerb „EUnited – Europa verbindet“. (Foto: Gymnasium Lehrte)

Lehrter Gymnasium muss zwar auf Besuche an Partnerschulen verzichten, setzt aber vor Ort viele Projekte rund um die EU um

Lehrte (r/fh). Wie kann die europäische Idee an der Schule gelebt werden, auch wenn Schüleraustausche und länderübergreifende Erasmus-Plus-Projekte wegen der Corona-Epidemie ausfallen müssen? Mit dieser Herausforderung sah sich das Gymnasium Lehrte in den zurückliegenden Monaten konfrontiert. Und anstatt einfach auf bessere Zeiten zu warten, hat es nach kreativen Möglichkeiten gesucht, seinem Auftrag als Europaschule auch unter diesen erschwerten Bedingungen gerecht zu werden.
So wurde beispielsweise ein schulinterner Videowettbwerb ausgerufen, bei dem die Schüler in kurzen Filmen zeugen sollten, wo sie zu Hause ein Stück Europa erlebten. Die Siegerbeiträge wurden dann bei einer Online-Show zum Jahresausklang präsentiert. Grußworte kamen per Videobotschaft unter anderem von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die selbst einst in Lehrte zur Schule gegangen ist, sowie von dem Europäischen Parlamentsabgeordneten David McAllister.
Auch die sogenannten Juniorbotschafter sind während der Pandemie weiterhin aktiv. Das sind Schüler, die sich besonders intensiv mit europäischen Themen beschäftigen und sie mit vielen Aktionen und Projekten in den Schulalltag einbringen. Kürzlich haben sie zum Beispiel ein Video mit Playmobil-Figuren gedreht, in dem sie die Kommissionspräsidentin fragen, wie die EU ihre Werte im weiteren Verlauf der Pandemie stärken will?
Bereits im Februar haben die Schüler der Europaklasse im fünften Jahrgang mehrere Beiträge für den Europäischen Wettbewerb „EUnited – Europa verbindet“ eingereicht und dafür im Sommer Urkunden erhalten. Aktuell beteiligen sich die Juniorbotschafter ihrerseits sogar gleich an drei Wettbewerben: Rechtzeitig bevor Plastikstrohhalme ab Juli 2021 in der gesamten EU verboten sind, vergleichen sie für einen Schülerwettbewerb der Stiftung Warentest schon mal mehrere umweltfreundliche Alternativen. Eine Gruppe von Oberstufenschülern verfasst indes eine mögliche Amtsantrittsrede des künftigen US-Präsidenten Joe Biden und beteiligt sich damit an einem Schülerwettbewerb der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter dem Motto "Students for President". Und eine andere Gruppe von Oberstufenschülern entwirft für den Wettbewerb "#meineeu" eine Internetseite, auf der sich Jugendliche über Auslandsaufenthalte in Europa informieren können.
Um alle Schüler des Lehrter Gymnasiums neugierig auf Europa zu machen, entwerfen die Juniorbotschafter darüber hinaus seit einiger Zeit zusammen mit Lehrern jeden Monat ein Rätsel, in dem es um eher ungewöhnliche und verblüffende Fakten über die Nachbarländer geht. Die gesamte Schulgemeinschaft hat jeweils eine Woche Zeit, um abzustimmen, bevor das Abstimmungsergebnis und die Lösung präsentiert werden. Ein ähnliches Konzept lag auch dem Europa-Adventskalender zugrunde, bei dem jeden Tag Infos und Anekdoten rund um die EU präsentiert wurden.
„Im kommenden Schuljahr werden wir uns weiterhin auf verschiedene Möglichkeiten besinnen, die EU in unseren schulischen Alltag zu integrieren", stellt Lehrerin Lena Busch in Aussicht. Dabei werde das Gymnasium auch Ideen entwickeln, wie sich zum Beispiel Erasmus-Treffen mit Partnerschulen und der Europatag digital umsetzen lassen, falls das weiterhin nötig ist.