Es kann am Lehrter Schützenfest-Mikro immer nur maximal Zwei geben …

Sie haben im Schützenfestzelt das Wort (v.l.): Schützencollegiums-Sprecher und Corps-Vorsitzender Dirk Mahlmann, „Rote Laterne“ Björn Rust, „Silberteller“ Ulrike Giere, die drittplatzierte Jutta Voß in ihrer Eigenschaft als Bürgermeisterin, der zweitplatierte Hermann Buchholz in seiner Eigenschaft als stellvertretender Corps-Vorsitzender sowie Collegiumsmitglied und Bürgerschützen-Vorsitzender Claus Reimann. (Foto: Walter Klinger)

Rats-Rederecht im Festzelt war deshalb im Wahljahr besonders umkämpft

LEHRTE (kl). Dass man, wenn man neben sportlicher Konkurrenz auch gesellig feiert, besser zusammenwirken kann, nehmen Schützenwesen und Politik in Lehrte gleichermaßen für sich in Anspruch. Schon 1972 regte der damalige Bürgermeister Helmut Schmezko deshalb das Ratsschießen an, das mit 21 PolitikerInnen (immerhin der Hälfte des Rates, trotz Urlaubszeit) im Jahr der Kommunalwahl dieses Mal besonders rege besucht war.
Wie an den Schützenfesttagen im Zelt, kann auch beim Ratsschießen der Letzte durchaus der Erste sein, denn Platz 1 (Silberteller) und der letzte Platz (Rote Laterne) haben Rederecht beim gemeinsamen Frühstück im voll besetzten Festzelt – und sind denn auch gleichermaßen umkämpft.
Einen Punkt gut machen konnte hier mit dem Sieg von Ratsfrau Ulrike Giere (41 Ring) und damit dem 13. von ihr gewonnenen Silberteller die SPD. Mit nur einem Ring weniger holte ihr Fraktionskollege Hermann Buchholz Platz zwei.
Zum Ende ihrer Amtszeit ließ mit wiederum einem Ring weniger Bürgermeisterin Jutta Voß zwar der Politik den Vortritt beim Rederecht (das sie beim Fest ohnehin bekommt), brachte sich aber so zum Abschied noch einmal auf das Foto mit den Schützenchefs, die für ein kürzliches Werbebild (nur) mit der Kontaktbeamtin der Polizei posiert hatten. Schließlich handele es sich ja um ein Volks- und nicht um ein Polizeifest, monierte Jutta Voß augenzwinkernd.
Die Bürgermeisterin hatte zwar Ringgleicheit mit Dieter Münstermann von der FDP, hielt diesen aber mit einer glatten Zehn in der Schussfolge auf Abstand.
Mit bislang 22 Silbertellern haben aber die Christdemokraten beim Schießen die Nase vorn, ebenso wie bei der „Roten Laterne“, deren 19. und damit das Rederecht beim Fest, mit seinem 16. Platz (26 Ring) der CDU-Bürgermeisterkandidat Björn Rust holte. Sein Mitbewerber von der SPD, Klaus Sidortschuk, hatte sich auf Platz 9 hinter Uwe Bee und Burkhard Pietsch von der Verwaltung, dem CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Hans-Joachim Deneke-Jöhrens (38 Ring) und Ehrenbürgermeister Helmut Schmezko (wie Voß und Münstermann 39 Ring, aber den schlechteren Teiler) von der SPD platziert.
Dass die „Rote Laterne“ nicht so einfach zu bekommen ist, zeigte die Zahl von fünf Ratsmitgliedern, die mit einem oder mehreren Felschüssen bei den fünf auf der Scheibe erforderlichen Treffern aus der Wertung fielen. Zudem war Rust der SPD-Ratsherr Hans-Jürgen Licht nur um wenige tausendstel Millimeter „auf den Fersen“. Aber so ist das, im Schützenwesen, wie in der Politik …
BILDUNTERSCHRIFT:
Sie haben im Schützenfestzelt das Wort (v.l.): Schützencollegiums-Sprecher und Corps-Vorsitzender Dirk Mahlmann, „Rote Laterne“ Björn Rust, „Silberteller“ Ulrike Giere, die drittplatzierte Jutta Voß in ihrer Eigenschaft als Bürgermeisterin, der zweitplatierte Hermann Buchholz in seiner Eigenschaft als stellvertretender Corps-Vorsitzender sowie Collegiumsmitglied und Bürgerschützen-Vorsitzender Claus Reimann. Foto: Walter Klinger