Eröffnung der Friedensdekade

Mit Symbolik wird die Friedensdekade angekündigt. (Foto: Antikriegshaus Sievershausen)

Filmvorführung in der Martinskirche

Sievershausen (r/gg). Am Sonntag, 8. November, wird die diesjährige Ökumenische Friedensdekade eröffnet. Sie steht unter dem Motto „Umkehr zum Frieden“. Traditionell wird die Friedensdekade mit einem Bittgottesdienst für den Frieden eröffnet, der um 14.30 Uhr in der St. Martinskirche beginnt und seit einigen Jahren vom Team des Nagelkreuzzentrums Sievershausen verantwortet wird.
In seinem Geleitwort zur Friedensdekade, die seit nunmehr 40 Jahren stattfindet, macht Renke Brahms, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche Deutschland, auf Themen aufmerksam, die in den Jahrzehnten nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben, seien es zunehmender Nationalismus und Rassismus, die Polarisierung von Gesellschaften oder die europäische Verantwortung für den Frieden. Darüber hinaus weist Renke Brahms auf den engen Zusammenhang zwischen Klimagerechtigkeit und Frieden hin.
Nach dem Gottesdienst wird um 16 Uhr in der St. Martinskirche „Seestern in Südtirol“, das aktuelle Stück von Umberto Ricco („Ein Morgen vor Lampedusa“) in einem Gastspiel der Lampedusa-Gruppe Hannover gezeigt.
„Seestern in Südtirol“ erzählt die Geschichte von Alidad Shiri, der als 14-jähriger am 22. August 2005 nach einer zweijährigen Flucht über Pakistan, Iran, Türkei und Griechenland in Italien ankam. Das Stück nimmt zwar Bezug auf seine Flucht, aber die Erzählung beginnt mit dem Tag von Alidads Ankunft in Südtirol, als er auf der Brenner-Autobahn gefunden wurde. Im SOS-Kinderdorf Meran verbrachte er seine erste Nacht in Italien.
Die Erzähler rekonstruieren im Dialog untereinander die Ereignisse, die danach stattfanden. Sie geben die Meinungen von Zeugen wieder, die den Jungen kennenlernten und bis heute begleiten. Wer ist Alidad? Warum kam er nach Europa? Ist er ein Geschenk für die Südtiroler Gesellschaft oder doch ein Betrüger, der vom Wohlstand profitieren will?
Ein Sprecher wird nur Fakten erzählen, während die zwei anderen heftig diskutieren über Alidads Identität, sein Alter und seine fehlenden Dokumente. Sie bewerten die unglaublichen Geschichten von dem Jungen mit deutlich gegensätzlichen Standpunkten. Sie spiegeln Meinungen wieder, die in unserer Gesellschaft weit verbreitet sind. Integration und Ablehnung, Gutmenschentum und Vorurteile wechseln sich ab und helfen dem Publikum, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Dabei erleben die Zuschauer manche Überraschung: Die Guten und die Bösen sind nicht immer so vorhersehbar.
Eine Anmeldung unter www.lampedusa-hannover.de/reservierung/lehrte/ ist erforderlich, da maximal 50 Zuschauer in der Kirche zugelassen werden können.