Erinnerung an NS-Verbrechen

Freigabe der Stele für die Öffentlichkeit durch Bürgermeister Frank Prüße (Mitte) mit Ratsmitgliedern und Interessierten. (Foto: Manfred Hoffmann)

Stele am Eisenbahnlängsweg errichtet

Lehrte (gg). Eine Stele am Eisenbahnlängsweg ist errichtet worden und jetzt von Bürgermeister Frank Prüße für die Öffentlichkeit freigegeben worden. Die Stele dient der Erinnerung an NS-Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. In den besetzten Gebieten wurden Gefangene systematisch zu Zwangsarbeitern gemacht und deportiert. Am Eisenbahnlängsweg gab es ein Lager mit dem Namen Ida, das von der Deutschen Reichsbahn errichtet und verwaltet wurde. Auf dem Gelände standen drei Gebäude aus Stein und 16 Holzbaracken, so Angaben der Stadtverwaltung und des Stadtarchivs. 1.200 Männer seien darin untergebracht gewesen. Bekannt sei zudem: "Bewacht wurden die Arbeiter durch bewaffnetes Eisenbahnpersonal. Die Lagerinsassen verrichteten Arbeit für die Reichsbahn. Nach Feierabend und an Sonntagen konnten sich zumindest die westeuropäischen Arbeiter frei bewegen. Anscheinend stellten Russen den größten Teil der Arbeiter mit 60 Prozent, gefolgt von Polen mit 30 Prozent, Holländern mit fünf Prozent und Franzosen und Belgiern, die die restlichen fünf Prozent ausmachten." Zur Erinnerungskultur teilt die Stadtverwaltung mit: "Im Jahr 1995 wurde auf Bestreben der Jusos Lehrte eine Gedenktafel am Eisenbahnlängsweg mit der Beschriftung aufgestellt." Da die Inschrift über die Jahre verwitterte, gab es  seitens der SPD-Fraktion im Rat das Bestreben, eine Erweiterung vorzunehmen. Insbesondere Ratsfrau Helga Laube-Hoffmann hat auf eine zeitliche absehbare Realisierung gedrängt. Dies ist mit der Stele jetzt geschehen.