Enges Überholen aufgezeigt

Mit dem Schaumstoff-Längenmaß, umfunktionierte Pool-Nudeln, demonstrierten ADFC-Mitglieder den nötigen Abstand zum Kraftverkehr. (Foto: ADFC Lehrte-Sehnde)

ADFC-Aktion klärt zu neuer StVO auf

LEHRTE-SEHNDE (r/gg). Mitglieder des ADFC-Ortsvereins haben bei der Aktion „Abstand halten“ mit bunten „Poolnudeln“ an ihren Fahrrädern einen Mindestabstand von 1,5 Meter demonstriert. „Wir wollen über die neuen Regelungen beim Überholen von Radfahrenden durch Kraftfahrzeuge informieren und für Rücksicht im Straßenverkehr werben“, sagt ADFC-Sprecher Peter Hofmann. „Enges Überholen verunsichert Radfahrer mit möglicherweise schlimmen Folgen“
Nach der am 28. April in Kraft getretenen Änderung der StVO müssen Autos Radfahrer mit mindestens 1,50 Meter Sicherheitsabstand überholen. Außerorts sind es sogar zwei Meter. Faktisch bedeutet diese Regel ein Überholverbot an Stellen, die nicht die notwendige Breite haben. Das wissen viele Autofahrer nicht. Mit der StVO-Änderung ist es Radlern jetzt auch erlaubt, zu zweit nebeneinander zu fahren, wenn genug Platz zum Überholen vorhanden ist und der Verkehr nicht behindert wird. Bislang lautete die Grundregel, dass Fahrräder einzeln hintereinander fahren müssen. Mit weiteren Veränderungen in der StVO soll insbesondere das Radfahren sicherer gemacht werden.
Peter Hofmann erklärt: "Während aktuellen Beschränkungen haben viel mehr Menschen als sonst in dieser Jahreszeit das Fahrrad wieder entdeckt, um aus der Wohnung herauszukommen, sich zu bewegen und die Natur zu genießen. Dabei spielt Sicherheit eine große Rolle. Leider wissen manche Kraftfahrer nicht, dass seit einigen Jahren Radfahrer die Fahrbahn, der Iltener Straße sowie des West- und Südringes, gleichberechtigt benutzen dürfen. Die Stadtverwaltung hatte die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben und an einigen Straßen mit Radweg die blauen Gebotsschilder für Radfahrer entfernt."
Der ADFC weist darauf hin, dass heute viele Radfahrer mit Pedelecs schneller unterwegs seien. Dadurch werde der Überholweg etwas länger, was an Kreuzungen oder Einmündungen zu Fehleinschätzungen führen kann. Weil die Straßen auch in Lehrte sicherer werden sollen, schlügen Verkehrsplaner im Entwurf des neuen Verkehrsentwicklungsplanes auf einigen Straßen, wie beispielsweise Ahltener und Iltener Straße und Südring, Tempo 30 vor.