Eisenzeitliches „Miniatur- Freilichtmuseum“ entsteht bei Lehrte

DBU-Kurator Dr. Matthias Miersch (von links) und DBU-Abteilungsleiter Dr. Thomas Pyhel (rechts) überreichten den Bewilligungsbescheid über 150.000 Euro an Christian und Wilfried Helmreich (Mitte) von den Lehrter Naturfreunden. Mit der Förderung soll ein "Miniatur-Freilichtmuseum" zur Eisenzeit entstehen. Unterstützt wird das Projekt auch von den Abgeordneten Dr. Maria Flachsbarth (4.v.re.), Dr. Hans-Joachim Deneke-Jöhrens (3.v.re.) und Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk (2.v.re.). (Foto: Walter Klinger)
 
Das Modell des eisenzeitlichen Wohnstallhauses, das am Siedlungsfundort am Naturfreundehaus Grafhorn als naturhistorische Bildungsstätte errichtet werden soll. (Foto: SPD Lehrte)
Lehrte: Naturfreundehaus Grafhorn |

An historischer Stelle am Naturfreundehaus Grafhorn

IMMENSEN/ARPKE (r/kl). Die Eisenzeit ist lange her. Von 800 bis 150 vor Christi Geburt stand die Eisenerz-Verhüttung auch in und um Hannover hoch im Kurs – und produzierte schon früh erste ökologische Krisen. Was diese historische Epoche mit der Gegenwart in Sachen nachhaltige Landwirtschaft, Imkerei und Forstwirtschaft trennt oder verbindet, wollen die Naturfreunde Lehrte in einem „Miniatur-Freilichtmuseum“ aufzeigen und so ein „differenziertes Nachhaltigkeitsverständnis für Schüler der Sekundarstufen I und II wie für Jugendgruppen befördern“, betonte im Beisein seiner Kollegin Dr. Maria Flachsbarth von der CDU der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Miersch am Donnerstag vor Ort im Natutfreundehaus Grafhorn bei Immensen.
Matthias Miersch überreichte als Kuratoriumsmitglied der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) an den Vorsitzenden der Lehrter Naturfreunde, Wilfried Helmreich, ein Bewilligungsschreiben über 150.000 Euro, mit dem die DBU neben ihrem Expertenwissen hilft, das Naturfreundehaus Grafhorn bei Immensen (liegt aber eigentlich auf Arpker Grund, wie der ebenfalls anwesende Arpker Ortsbürgermeister Klaus Schulz klarstellte) von einem Beherbergungsbetrieb zu einer historisch-ökologischen Bildungsstätte weiterzuentwickeln.
Auslöser für die Idee zu einem „Miniatur-Freilichtmuseum“ waren archäologische Grabungsfunde in der Flur „Grafhorn“ gewesen, bei denen unter anderem zwei eisenzeitliche Gebäude zu Tage getreten waren und weitere Fundstücke aus der Eisenzeit das Licht der Gegenwart erblickten, erinnert sich Wilfried Helmreich.
Gemeinsam mit Fachbehörden, wissenschaftlichen Einrichtungen und dem Landesmuseum in Hannover sollen die Gebäude sowie ein eisenzeitlicher Nutzgarten rekonstruiert und in ein neues Umweltbildungskonzept am Standort integriert werden. Dabei spiele das Einbinden ehrenamtlicher Naturfreunde-Akteure eine zentrale Rolle, um aus dem Beherbergungsbetrieb eine historisch-ökologische Bildungsstätte wachsen zu lassen.
Inhaltlich fokussiere das Vorhaben auf die Entwicklungsstufen einer nachhaltigen Landnutzung von der Eisenzeit bis heute. Es sollten entsprechende Angebote für Schüler der Sekundarstufe I und II, aber auch für andere verbandliche Jugendgruppen sowie für Tagesgäste realisiert werden und regionale Umweltbildungsakteure aus Land- und Forstwirtschaft, Imkerei und Umweltbildung eingebunden werden.
Im Rahmen von Exkursionen sollen landwirtschaftliche Flächen, Wälder, Naturschutzgebiete, aber auch kulturhistorische Fundstätten aus der Eisenzeit berücksichtigt werden.
Zahlreiche Lernorte und Landschaftsphänomene um die Bildungseinrichtung, wie Wallhecken, Hudebäume, unterschiedliche landwirtschaftlich genutzte Areale, Wiesen, Wälder, Brachen, Moore, Gewässer, Naturdenkmäler und Naturschutzgebiete, sollen im Rahmen von Exkursionen programmatisch eingebunden werden. „In zwei rekonstruierten eisenzeitlichen Gebäuden wollen wir eine funktionsfähige Schmiede sowie Handwerksräume zum Töpfern, Weben, Tischlern und Schnitzen einrichten“, erklärt Helmreich.
Ein "Eisenzeitgarten" mit typischen Nutzpflanzen dieser Epoche wie Hirse, Gerste, Weizen, Rüben, Haselnüsse, Kräuter, Flachs/Lein soll kultiviert werden. Helmreich: „Diese Anschauungsobjekte und praktischen Lernorte ergänzen wir im Naturfreundehaus durch eine Dauerausstellung mit ausgewählten Exponaten der Eisenzeit aus der Region,“ so Vater Helmreich.
Von dem „standörtlichen Alleinstellungsmerkmal“ zeigte sich DBU-Kurator Miersch angetan: „Der menschliche Einfluss auf die Natur, Veränderungen im Landschaftsbild über die Jahrhunderte sowie Aspekte der nachhaltigen Landnutzung von der Eisenzeit bis heute können demonstriert und auf aktuelle Landnutzungsformen sowie deren Einfluss auf unsere Konsumgewohnheiten und Lebensgrundlagen übertragen werden. So entsteht ein neues Verständnis von Nachhaltigkeit.
Die Kombination von historischen Nachbauten von Gebäuden aus der Eisenzeit mit der Präsentation eisenzeitlicher Artefakte sowie das Einbeziehen von Außenanlagen mit historisch nachempfundenen Nutzgärten bieten die einmalige Chance, neue Zielgruppen zu erreichen.“
Auch Parlamentskollegin Dr. Maria Flachsbarth (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, lobte das Konzept der naturhistorischen Bildungsstätte, welche die Unterstützung aller großen Parteien finde. So war auch der Lehrter CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Hans-Joachim Deneke-Jörens zu der Übergabe des Bewilligungsbescheides vor Ort. Und auch der Lehrter Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ronald Schütz, zeigte sich von dem Projekt überzeugt.
Kernstück der naturhistorischen Bildungsstätte soll der Nachbau eines Wohnstallhauses aus der Eisenzeit werden, berichtete der Lehrter Naturschutzbeauftragte und Betreiber des Naturfreundes, Christian Helmreich. Es sein ein Glücksfall, dass das Freilichtmuseum in Uchte (bekannt durch den Fund von Mora, das Eisenzeit-Mädchen aus dem Moor) aufgelöst werde und das dortige Wohnstallhaus genau dem Grundriss von der Lehrter Fundstelle entspreche. Nach Grafhorn umgesetzt, soll es als Original-Kulisse der naturhistorischen Bildungsarbeit in Grafhorn eine anregende Heimat geben.
Schon jetzt informieren sich Schulklassen (gleich nach dem prominenten Besuch am Donnerstag reiste eine solche aus Hildesheim an) bei Aufenthalten im Naturfreundehaus Grafhorn über das Leben in der Eisenzeit, insbesondere über die Verhüttung des metallhaltigen Gesteins und die aus dieser Technik resultierenden ökologischen Folgen.
„Sportlich umweltschonend“ führte vor kurzem auch ein Fahrradausflug der SPD-Lehrte zum Naturfreundehaus Grafhorn. Dort informierten sich die Sozialdemokraten bei Naturfreundehaus-Betreiber Christian Helmreich über den neuesten Stand des ‚Eisenzeithaus-Projekts’, das neben den Bundestagsabgeordneten Caren Marks und Matthias Miersch auch von der SPD in der Region Hannover unterstützt wird.
Mit von der Partie war nicht zuletzt deshalb auch SPD-Regionsabgeordnete Angela Klingspohn. Sie informierte darüber, dass die SPD-Regionsfraktion eine Mitfinanzierung des Projekts durch die Region Hannover beschlossen hat. Die Region entscheidet auch über die Umwidmung von Flächen, damit dieses bundesweit einmalige Vorhaben genehmigt werden kann.
Die Lehrter SPD unterstützt das Projekt ebenfalls, auch um die Zukunftsperspektiven des Naturfreundehaus-Standorts insgesamt zu erhalten. Denn Jugendherbergen ohne zusätzliche Bildungsangebote, dieses Thema wurde gerade bundesweit diskutiert, müssen um ihr Weiterbestehen fürchten.


Foto 1: Christian Helmreich erläutert den interessierten Lehrter Sozialdemokraten die Planungen für das Eisenzeithaus

Foto 2 Modell Eisenzeithaus

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Vielen Dank für Ihr Interesse!

Franz-Georg Elpers
Pressesprecher



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