Einsatzzahlen stark rückläufig

Stadtbrandmeister zieht Jahresbilanz

Lehrte (r/gg). Die Einschränkungen der Corona-Pandemie bereiten Stadtbrandmeister Jörg Posenauer und den Ortsbrandmeistern zunehmend Sorge. Ausbildungsdienste könnten zurzeit nur online durchgeführt werden. Dadurch entfiele die praktische Ausbildung fast vollständig. „Das permanente Trainieren der Handgriffe, damit im Ernstfall alles wie im Schlaf klappt, ist aber eine der Hauptaufgaben in der Ausbildung“, so Jörg Posenauer. Zudem entfielen viele Lehrgänge auf Regionsebene und an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz.
Die Feuerwehren der Stadt Lehrte waren im Jahr 2020 bei 476 Einsätzen gefordert, im Jahr 2019 waren es 560 Einsätze. Jörg Posenauer sieht darin eine stark rückläufige Entwicklung.
Vier Großbrände gab es im Jahr 2020 (0 im Vorjahr). Zu sechs (14) Mittel- und 75 (95) Kleinbrände wurden die Feuerwehren alarmiert. In 130 (140) Fällen wurde nachbarliche Hilfe geleistet. Die Zahl der technischen Hilfeleistungen sank von 204 auf 155 Einsätze. Fehlauslösungen durch Brandmeldeanlagen und Heimrauchmelder stiegen leicht auf 100 (88) Einsätze.
Der Stadtbrandmeister teilt mit: "Die beiden größten Brände waren im vergangenen Jahr in Hämelerwald zu verzeichnen. Mehrere Feuer wurden zeitgleich im Hämelerwald gelegt. Wenige Wochen später brannte es auf Gut Schiercke. Bei diesem Einsatz wurde Asbest freigesetzt. Daraufhin erhielten alle Einsatzkräfte durch die Stadt Lehrte das Angebot, eine Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen. Ebenso wurde in aufwendigen Verfahren das gesamte eingesetzte Material durch Fachfirmen gereinigt."
184 Jugendliche sind in der Jugendfeuerwehr aktiv. In den Kinderfeuerwehren haben 169 Mitglieder. In der Einsatzabteilung sind 465 Mitglieder (397 Männer und 68 Frauen) tätig. Im Vorjahr waren es 459 Mitglieder. Laut Stadtbrandmeister Posenauer bleibt die Tages-alarmsicherheit im gesamten Stadtgebiet nach wie vor ein Sorgenkind der Feuerwehr. Mit
der Besetzung weiterer Gerätewartstellen im abgelaufenen Jahr und der geplanten Beset-zung der restlichen Stellen in 2021 soll es eine nachhaltige Unterstützung für das Ehrenamt geben. Der vom Rat beschlossene Feuerwehrbedarfsplan sieht vor, die Ortsfeuerwehr Hämelerwald neben der Ortsfeuerwehr Lehrte zur Schwerpunktfeuerwehr und die Ortsfeuerwehren Arpke und Sievershausen zu Stützpunktfeuerwehren aufzuwerten. „Damit wird es die erste substanzielle Weiterentwicklung in der Struktur der Stadtfeuerwehr seit der Gebietsreform 1974 geben“, erklärt Jörg Posenauer.
Insgesamt unterstützen 995 Bürger die Feuerwehren als fördernde Mitglieder. Um einen sicheren Jahreswechsel für die Bevölkerung zu gewährleisten, haben 130 Feuerwehrfrauen und -männer die Einsatzbereitschaft sichergestellt.