Eine Hecke aus heimischen Sträuchern

Nabu-Mitglieder bauen Wälle aus Ästen und Zweigen auf. (Foto: privat)
 
Nabu-Mitglieder bereiten die Pflanzung von heimischen Bäumen und Sträuchern vor. (Foto: privat)

Nabu will in Immensen Lebensraum für Insekten und Vögel schaffen

Immensen (fh). Mitglieder des Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze haben sich kürzlich zu einem Arbeitseinsatz am Ortsrand von Immensen getroffen. Dort schütteten sie auf einer Länge von 360 Metern mit etwa einem Meter Abstand zwei Wälle aus Totholz auf. Dazwischen sollen im November 800 heimische Sträucher sowie 18 kleine und sechs große Bäume gepflanzt werden. Im Laufe der nächsten Jahre soll daraus eine Hecke entstehen, die Vögeln und Insekten Nahrung und Unterschlupf bietet.
Die beiden Wälle sollen die jungen Pflanzen gegen Verbiss durch wildlebende Säugetiere schützen und verhindern, dass der Boden durch Wind abgetragen wird. Außerdem bietet das Totholz Vögeln und Insekten ab sofort einen Lebensraum, während die Bäume und Sträucher erst einmal wachsen müssen. Zusätzlich können sich an den beiden Wällen durch Windanflug und Vogelkot Samen sammeln und sie im Laufe der Zeit begrünen, während das Totholz langsam verrottet. Dieses Prinzip wird auch als Benjeshecke bezeichnet.
Doch allein darauf will sich der Nabu eben nicht verlassen. „In den zurückliegenden Jahren hat sich bei unterschiedlichen Versuchen immer wieder gezeigt, dass es nicht ausreicht, Äste und Zweige aufzuschütten und dann alles sich selbst zu überlassen“, sagt der Vorsitzende der Ortsgruppe Michael Scheer-Behrens. Dabei habe es viele Komplettausfälle gegeben. Bei dem Projekt in Immensen werde das Prinzip der Benjeshecke deshalb nun mit einer gezielten Anpflanzung kombiniert.
Die jungen Bäume und Sträucher kauft der Nabu nicht als Topfware, sondern sehr klein und wurzelnackt. „Deshalb pflanzen wir sie auch im November, damit sie in der Winterfeuchte gut anwachsen können. Im Sommer müssten wir täglich gießen“, erläutert Scheer-Behrens.
Im Vergleich zu vorgezogenen Edelgehölzen im Gartencenter, sind die wurzelnackten einheimischen Sträucher deutlich günstiger. Der Stückpreis liegt durchschnittlich bei unter einem Euro, sodass Scheer-Behrens mit Gesamtkosten von rund 800 Euro rechnet. Dafür erhält der Nabu einen Zuschuss aus dem Biodiversitätsprogramm der Region Hannover. Ansonsten wollen die Mitglieder die Kosten durch viel Eigenleistung gering halten. „Und auch bei den Transportkosten für das Totholz konnten wir sparen. Denn einen Teil hat uns die Stadt Lehrte vom Schnitt der Straßenbäume kostenlos geliefert“, sagt Scheer-Behrens.
Auf dem etwa 360 Meter langen und ein Meter breiten Streifen zwischen den beiden Wällen sollen die 800 Sträucher in zwei Reihen gepflanzt werden, darunter wilde Rosen, Schlehen, Weißdorn, Schneeball, Kreuzdorn, Haselnuss, Holunder, Pfaffenhütchen, Himbeeren und Brombeeren. Hinzu kommen 18 kleine Bäume wie Ebereschen, wilde Äpfel und Birnen sowie sechs große Bäume. Dafür hat der Nabu Eichen, Linden und Weiden ausgewählt.
Ähnliche Projekte hat bereits ein Arbeitskreis in der Samtgemeinde Tostedt in der Nordheide umgesetzt. „Das haben wir uns zum Vorbild genommen und uns dort einiges abgeschaut“, gibt Scheer-Behrens zu. In der näheren Umgebung gebe es aber noch nichts Vergleichbares. „Wir betreten damit absolutes Neuland“, so der Nabu-Vorsitzende.