„Eine der gefährlichsten Autobahnen Deutschlands ist unser Zuhause“

Stellvertretender Ortsbrandmeister Christian-Roger Fechner, Bürgermeisterin Jutta Voß und Ortsbrandmeister Heinz-Georg Montag (re.) gratulierten Heinrich Sander, Werner Stöver, Erwin Müller, Andreas Reichert und Frank Müller. (Foto: OFfw HäWa/Toni Glückert)

Ortsfeuerwehr Hämelerwald bilanziert deutliche Zunahme der Einsätze

LEHRTE/HÄMELERWALD (r/kl). Nicht nur für die Kernstadt Lehrte, auch für deren östlichsten Ortsteil Hämelerwald, wie Ortsbrandmeister Heinz-Georg Montag in seinem Bericht bei der Jahresversammlung darlegte, das vergangene Jahr „bombig“: Nach der Bombenräumung am 3. Januar 2010, bei dem die Hämelerwalder Feuerwehrleute für den Ostbereich der Stadt den Brandschutz zu übernehmen hatten, folgte am 3. August eine Bombenräumung in Arpke, an deren Durchführung sie ebenfalls beteiligt waren. Die ganz große Bombenräumung am 29. August fiel aus – die Bomben erwiesen sich nach und nach als nicht gefährlich. „Eine spannende Sache – aber spannend sind Feuerwehrjahre ja immer ,“ merkte der Feuerwehrchef an.
Die Ortsfeuerwehr musste im vergangenen Jahr zu insgesamt 80 Einsätzen ausrücken – rund 16 Prozent mehr wie im Jahr zuvor, in dem es nur 69 waren. 2008 waren es lediglich 63 – „die Zahl der Einsätze wird also nicht gerade weniger,“ wie der Ortsbrandmeister bilanziert.
Interessannt ist auch die Verteilung der Einsatzorte: 26 Prozent der Einsätze – also rund ein Viertel – führten die Feuerwehr auf die Autobahn 2. „Verkehrsunfälle, auslaufende Betriebsstoffe, Fahrzeugbrände – eine der gefährlichsten Autobahnen Deutschlands ist unser Zuhause,“ so Heinz-Georg Montag.
So ist nicht verwunderlich, dass sich die Zahl der Dienststunden im Jahre 2010 auf insgesamt 18.411 summiert, auch dies eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr.
„Bei Einsätzen wird von uns eine immer größerer Professionalität erwartet. Eine Situation, die manchmal auch belastend ist und dafür sorgt, dass die Feuerwehr eben nicht nur irgendein Hobby ist,“ wie der Ortsbrandmeister anfügte.
So nehme denn auch die Ausbildung einen sehr großen Stellenwert bei der Ortsfeuerwehr Hämelerwald ein, deren Mitglieder im vergangenen Jahr 4.807 dafür aufgewandt haben, die Zugführer Hendrik Voges, der die Gesamtleitung für die Ausbildung hat, bilanzierte. Hoffnung setzt die Ortsfeuerwehr auf den Umbau der Landesfeuerwehrschule Celle zu einer Akademie und dem damit verbundenen Umzug, bei dem auch die Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung wachsen sollen. Hier würden sich die Hämelerwalder Blauröcke gerne positiv überraschen lassen.
Bei denen es einige personelle Veränderungen gegeben hat: Stefan Rohrig hat aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen seine Tätigkeit als Atemschutzgerätewart an Stephan Bleinroth abgegeben. Darüber hinaus hat Matthias Nigge hat in der Stadtfeuerwehr die Aufgaben des Koordinators im Atemschutzbereich übernommen.
Stephan Bleinroth wurde nicht nur der Dank der Ortsfeuerwehr für die Ermöglichung der stetigen Einsatzbereitschaft unter Atemschutz, sondern auch für das Anbringen der in der Fahrzeughalle noch fehlenden Fliesenspiegel ausgesprochen.
„Wir werden die Abläufe in unserer Feuerwehr etwas umorganisieren, um schneller und für unsere Kameraden transparenter Aufgaben zu erfüllen. Damit die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werden kann, haben wir die Zahl der Gruppenführer um
David Czeczerski und Niklas Warnholz erhöht.
Auch unser Feuerwehrhaus soll weiter lebendig wachsen – wir werden den auch bei anderen Feuerwehren üblichen Grillplatz bauen,“ kündigte Heinz-Georg Montag an.
Baulicherseits hat sich in dieser Feuerwehr auch im vergangenen Jahr etwas getan.
Der Parkplatz ist fertig geworden, die „Schlammschlachten“ bei Regenwetter haben damit ihr Ende gefunden. „Ganz sind wir jedoch vom Wasser nicht verschont geblieben, ein Feuchteschaden, Grund war ein defektes Eckventil, musste behoben werden. aber auch das ist erledigt,“ so der Ortsbrandmeister.
Gut sei die Zusammenarbeit auch innerhalb der Ortschaft. „Mit der REWE arbeiten wir nach wie vor gut zusammen, die Sozialtherapie auf Gut Adolphshof war Ziel von Begehungen, von Ausbildungen und von Übungen. Das sorgt für die im Einsatzfall wichtige Ortskenntnis, auch die Seniorenresidenz ,Lindenhof' ist im Berichtsjahr 2010 Ziel von Begehungen gewesen. Hier werden wir sicher auch in diesem Jahr etwas machen.
Mit der Schule am Ried haben wir im vergangenen Jahr eine bessere Zusammenarbeit vereinbart, hier werden wir in einigen Bereichen mehr Präsenz zeigen und unsere Arbeit den Schülerinnen und Schüler nahe bringen.
Präsenz im Ort haben wir auch gezeigt – wir haben den Lauftreff bei der Durchführung des Volkslaufes unterstüzt, wir haben an den offiziellen Teilen des Schützenfestes auch ohne Jubiläum teilgenommen, an der Maifeier haben wir auch mitgemacht – und wir haben uns natürlich am 2. Adventsmarkt in unserem Ort beteiligt,“ so Heinz-Georg Montag.
Bei der Jahreshauptversammlung konnten gleich drei Aktive mit 60 Jahren Dienstzeit geehrt werden, und das ist schon etwas ganz besonderes: Der stellvertretende (auf dem Foto von links) Ortsbrandmeister Christian-Roger Fechner und Bürgermeisterin Jutta Voß konnten dazu Heinrich Sander (60 Jahre), Werner Stöver (60 Jahre) und Erwin Müller (60 Jahre) gratulieren. Darüber hinaus auch Andreas Reichert (40 Jahre) und Frank Müller (25 Jahre). Die Ehrungen nahm Ortsbrandmeister Heinz-Georg Montag vor.