Eine besondere Saat geht auf

Nach verspäteter Lieferung: Dirk Claus (links) und Hans-Heinrich Prüße freuen sich über das Saatgut für das Projekt "Blühende Felder". (Foto: Gabriele Gosewisch)

Bürger finanzieren Projekt „Blühende Felder“

AHLTEN (gg). Realisiert haben die Landwirte Dirk Claus, Hans-Heinrich Prüße und Berthold Jöhrens (Agro GbR) das nachbarschaftliche Projekt „Blühende Felder“. Ahltener haben auf der 24.625 Quadratmeter großen Fläche am Friedhofskreisel Patenschaften übernommen. 40 Cent pro Quadratmeter wurden im vorigen Winter an die Agro GbR gezahlt, um im Sommer auf eine artenreiche Blütenvielfalt schauen zu können. Wildtiere, Feldvögel und Insekten sollen ein Refugium haben. Die Landwirte der Agro GbR haben nach der Auftaktversammlung im Winter zahlreiche Teilnehmer notieren können. Für 1.775 Quadratmeter, sozusagen der übriggebliebene Rest, zahlen sie selbst. Schon im Dezember wurde das Saatgut bestellt, dass zeitig im Frühjahr geliefert werden sollte. Dirk Claus erklärt: „Wir hätten die Saat schon längst einbringen wollen, doch die bestellte Lieferung blieb aus.“ Mehrfach habe er dazu telefoniert. Ärger sei nicht ausgeblieben, denn die Witterung zum Drillen wäre schon vor einigen Wochen gut gewesen. Jetzt müsse man wieder auf Regen hoffen. Eine besondere Saat soll aufgehen: eine ein- und eine zweijährige Mischung aus Wildkräutern, Gewürzen und Stauden. Auch Pastinaken und Möhren sind dabei. Sie dürften den Hasen schmecken, die sich hoffentlich herantrauen, sofern die Hausbesitzer ihre Katzen eingesperrt halten und Hunde nicht wildern. Überhaupt gehe es darum, eine höhere Wertschätzung für die Natur zu entwickeln. Wahrgenommen werden kann auch die Arbeit der Landwirte, ohne die all dies nicht möglich ist: Zusätzlich zu den Streifen für die Saatmischung mit dem Namen Honigbrache entstehen Streifen mit Sommerweizen, der nicht geerntet wird, und besondere Feldvogelinseln.
Zwölf Kilo Saatgut pro Hektar sind verteilt, was mit einem erheblichen Aufwand verbunden war. Dirk Claus sagt dazu: „Das Drillen hat auf dieser 2,5-Hektar-Fläche dreieinhalb Stunden gedauert, weil die Fülllung mehrfach gewechselt werden musste. Sonst sind drei Hektar Drillen pro Stunde üblich.“ Notiert hat er die Arbeitsschritte zur Bodenbearbeitung, die vorab nötig war. Hier kamen beim Pflügen, Grubbern und Eggen ebenfalls viele Arbeitsstunden zusammen. Dennoch bleibe es dabei, die Agro GbR bleibe offen für Naturschutzmaßnahmen, selbst wenn sie aufwändig sind. Deshalb sind an vielen landwirtschaftlich konventionell bewirtschafteten Flächen in der Ahltener Feldmark Blühstreifen gesät, denn natürliche Vielfalt kann es auch in der Kulturlandschaft geben.