Ein Fest des Teilens am Martinstag in St. Bernward

Teilen wie einst St. Martin: Pfarrer Roman Blasikiewicz tat es den Grundschülern mit zuvor von ihm gesegneten Brezeln im Martinsgottesdienst in St. Bernward vor. (Foto: Sabrina Dickhaeuser)

Bunte Lampions, aber auch christlicher Anspruch …

LEHRTE. In Politik und Gesellschaft wird der Verteilungskampf unter Sparzwängen in seinen bürokratischen und statistischen Details immer undurchsichtiger. Und doch kann die Botschaft vom selbstlosen Teilen, mit den Bedürfnissen auch des Nächsten im Blick, so unkompliziert und eindringlich sein, wie jetzt bei der Feier des traditionellen Martinstages der katholischen St. Bernward-Schule Lehrte. Pfarrer Roman Blasikiewicz erinnerte beim Auftaktgottesdienst daran, was in der christlichen Gemeinschaft wichtig ist: das spontane Handeln in Nächstenliebe.
Viele Kinder hatten erwartungsfroh ihre Laternen für den anschließenden Umzug auf den Kirchenbänken neben sich abgestellt. Nachdem Kinder der Klasse 2b die Martinsgeschichte nachgespielt hatten, rief Pfarrer Roman Blasikiewicz in seiner Predigt in Erinnerung, dass es in unserer Wohlstandsgesellschaft immer wieder wichtig ist, auch an die Bedürftigen in unserer Mitte zu denken und mit ihnen zu teilen. Nachdem Mütter Körbe mit Brezeln für die Kinder vor den Altar gestellt hatten, segnete Blasikiewicz diese und verteilte das Gebäck anschließend an die Kinder.
Währenddessen bildeten die Eltern vor der Kirche eine Gasse für die GründschülerInnen, voran die mit leuchtenden Fackeln die Viertklässler. Gemeinsam ging es, die bunten Laternen unter ebenso farbenfrohen Regenschirmen, zur St. Bernward-Grundschule, um dort das Fest des Teilens bei Speis und Trank am Lagerfeuer ausklingen zu lassen.
Roman Blasikiewicz freute sich über die sehr interessiert auch am Gottesdienst teilnehmenden Kinder: „Hier in der Kirche können wir unseren Kindern Geborgenheit in einer christlichen Gemeinschaft vermitteln,“ sagte der Pfarrer und fügte hinzu: „Wir können ihnen zeigen, wie wichtig es ist zu teilen und Katastrophen erkennen zu können, beispielsweise wenn Mitmenschen durch unser soziales Netz fallen. Darüber hinaus lernen sie, mit Hilfsbereitschaft und christlicher Nächstenliebe, Not zu lindern. Ein Gedanke, der sie später stets begleiten wird, nicht nur am Martinstag.“