"Ein Durchhalten ist unmöglich"

Hilfe für den Fortbestand des Nakubi im Wald bei Arpke versprach der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch bei seiner Sommertour. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Nakubi-Betrieb ohne Perspektive, SPD-Abgeordneter Matthias Miersch zu Besuch

Arpke (gg). Der behördlich angeordnete Veranstaltungsstopp betrifft auch die Nakubi, Abkürzung für natur- und kulturhistorische Bildungs- und Begegnungsstätte, Am Grafhorn 30, zwischen Lehrte und Burgdorf mitten im Wald. Seit der Wiederbelegung der alten Herberge vor rund 15 Jahren durch Christian Helmreich und Anette Helmreich, in der Trägerschaft des Vereins Naturfreunde Lehrte, gab es einen steten Aufbau, gefördert auch von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Region Hannover. Auf seiner Sommertour informierte sich Matthias Miersch, SPD-Bundestagsabgeordneter im hiesigen Wahlkreis, über die aktuellen wirtschaftlichen Probleme. Einnahmen aus den Naturkunde-Angeboten, auch bei der Betreuung von Kindergeburtstagsgruppen, fehlen. Nach eigenen Angaben gab es bisher pro Jahr rund 6.000 Teilnehmer. Die Nakubi-Attraktion, das vor knapp fünf Jahren gebaute Eisenzeithaus, sei als Freilichtmuseum von rund 12.000 Besuchern besichtigt worden. Als besonders bedauerlich beschreibt Christian Helmreich aber die fehlende Perspektive. Geplant war bereits die Sanierung der Herberge und zusätzlich ein Neubau, um das bisherige Angebot zu erweitern. Dazu sollte ein Bebauungsplan mit Verkehrsgutachten erstellt werden, denn selbst das Bestandsgebäude habe keine baurechtliche Basis. Die jetzige Nutzung werde nur vom Flächennutzungsplan abgeleitet. Angestrebt war ein Personalbedarf von mindestens sechs Vollzeitstellen. Jetzt in der Wirtschaftskrise sei daran nicht mehr zu denken. Die Nakubi hat nur noch sonntags und nur auf Anfrage und Vorbuchung geöffnet. Alle bisherigen Mitarbeiter schauten sich nach anderen Jobs um. Zwar sei die Motivation im ehrenamtlichen Team der Betreuer hoch, ein finanzielles Durchhalten bis zu einer erhofften Belebung des Betriebs sei aber unmöglich, so Christian Helmreich beim Besuch von Matthias Miersch und im Beisein von örtlichen SPD-Mitgliedern. Dennoch versprach der Bundestagsabgeordnete, sich um Hilfe kümmern zu wollen. Matthias Miersch merkte an: „Wir müssen die Corona-Auflage kontinuierlich hinterfragen. Wir dürfen nicht sorglos sein, aber wir können uns nicht leisten, so etwas wie dies hier nicht mehr zu haben.“