Drei Schüler mit 1,0-Abitur

Choreografie mit viel Spaß umgesetzt. (Foto: Rüdiger Halupczok)
 
Jahrgangsbeste Abiturienten (von links): Thore Meives, Johanna Lucks und Finn Schmitt. (Foto: Rüdiger Halupczok)

Launige Abschlussfeier im Gymnasium

Lehrte (r/gg). "Recht kurzfristig kam sie zustande, die fast normale Abiturentlassung 2021", schreibt Rüdiger Halupczok, Lehrer am Gymnasium. Hier sein Rückblick: Schulleiterin Silke Brandes hatte alle Vorschriften ausgelotet und schaffte es mit Schnelltests und einer Reduzierung der Gäste den Abiturienten in dieser Corona bedingt eingeschränkten Zeit ein letztes Highlight an Normalität zu bieten. Sie selbst suchte zu Beginn die Nähe zu den Eltern und fragte in Anspielung auf das Abiturmotto „Abi - looking für freedom“: „Haben Sie gewusst, dass ihre Kinder die Freiheit suchen?“ Bereits die erste Antwort darauf sorgte für eine entspannte Atmosphäre: „Oh, da habe ich gerade gar nicht zugehört“. Silke Brandes hinterfragte in ihrer einstündig angekündigten Rede den Begriff Freiheit aus juristischer, philosophischer, ethischer und politischer Sicht.
Lehrtes stellvertretender Bürgermeister Wilhelm Busch betonte in seiner Rede die Wichtigkeit der in der Schulzeit geschlossenen Freundschafften und lobte das Gymnasium sogar als Schule mit gutem Ruf. In eigener Sache warb er für die Stadt Lehrte und machte Berufsvorschläge: Mit noch mehr geeigneten Sachbearbeitern bei der Stadt ginge der Schulneubau noch besser voran.
Alle Reden wurden durch den Musikbereich aufgelockert. Die Big Band spielte hörenswert wie immer, obwohl die Möglichkeit zum Üben in diesem Jahr knapp war. Von den Chören begeisterten der Schulchor und der Heart Chor. Die Rede der Elternschaft hielt Anja Wilkening. Ihr wurde von der Tochter untersagt, die Rede zur Krippeneinschulung zu recyceln. Dennoch sprach sie von „den Kindern“ und erklärte, warum dies immer so bleiben wird. Zwei anschauliche Fabeln von Fröschen sollten den Abiturienten zeigen, dass man Ziele nur erreicht, wenn man sich nicht durch andere Frösche entmutigen und demotivieren lässt.
Für die Rede der Lehrerschaft bewiesen die Schüler bei der Auswahl der Rednerinnen ein gutes Händchen. Sarah Göke und Laura Witt sorgten bereits zu Beginn für einen Lacher: „ Die Schule war ja öfter dicht als ihr.“ Ihre launige Darstellung des Homeschoolings brachte ungeahnte Details ans Licht: Videokonferenzen um 7.45 Uhr in Schlafanzug und Morgenmantel sind wenig effektiv. Sie lobten die Schüler, die zu IT-Experten geworden seien. Die Online-Referate hatten den Vorteil, dass sich die Schüler keinen Kopf um funktionierende Beamer machen mussten. Die Funktionsfähigkeit des IServs wurde nicht thematisiert.
Die Schüler selbst hatten Nils Domenz und Carl-Philipp Bödecker als Redner ausgewählt. Sie lobten die Maßnahmen des Homeschoolings: „Endlich konnten wir das machen, was wir schon immer wollten, nämlich möglichst wenig.“ Sie spielten an auf die nächtlichen Mails der Schulleiterin, die beständig neue Corona-Verordnungen kommunizierten.
Neben der feierlichen Verabschiedung langjähriger Musikgruppenmitglieder gab es auch Ehrungen für besonders Engagement, die von der Elternratsvorsitzenden Anja Krüger und der Vertreterin des Fördervereins Delia John durchgeführt wurden. Jonas Prüß wurde für seinen Einsatz beim Landesschülerrat und bei der Lehrter Late-Night geehrt. Zusammen mit Johanna Lucks hat er die Neuerschaffung der Schülerzeitung „Funkloch“ bewirkt. Die Jahrgangssprecher und SV-Mitglieder Nils Domens und Leonhard Hunte sowie die Erasmus-Teilnehmer des Debate-Clubs wurden ebenso mit einem Präsent geehrt wie Julian Zadow, der für das Gymnasium eine Stundenplan-App kreiert hat. Oberstufenkoordinator Jens Lamker ehrte besondere Schülerleistungen. Jens Lamker konnte stolz verkünden, dass 33mal eine „Eins“ vor dem Komma steht.
Insgesamt haben 110 Abiturienten die Reifeprüfung bestanden.
Besonders erfolgreich waren Johanna Lucks, Finn Schmitt und Thore Meives, die im Abiturzeugnis eine 1,0 erreicht haben. Er bescheinigte dem Jahrgang neben der schulischen Leistung auch in sozialer Hinsicht ein ganz besonderer gewesen zu sein.