Drei Monate altes Kalb getötet

Das drei Monate alte Kalb wurde auf einer Wiese am Dorfrand von Immensen vermutlich von Wölfen getötet und gefressen. Der Kehlbiss fehlt. (Foto: Oliver Brandt)

Wolfsangriff im Bereich Steinbeck vermutet

Immensen (gg). Auf einer Wiese im Bereich Steinbeck hat ein Passant am Samstagmorgen ein drei Monate altes, von einem Raubtier getötetes und halb aufgefressenes Kalb aufgefunden, ein Wolfsangriff wird vermutet, so die Mitteilung des Wolfsberaters Axel Knoth auf Marktspiegel-Nachfrage. Der Besitzer ist informiert worden, möchte dem Vernehmen nach aber nicht namentlich genannt werden, um nicht den Angriffen der Wolfsbefürworter ausgesetzt zu sein. Den behördlichen Vorgaben entsprechend läuft jetzt ein umfangreiches Verfahren. Gewebeproben wurden entnommen, ein vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Naturschutz beauftragtes Labor wird eine Genanalyse vornehmen. Mit Ergebnissen ist frühestens in zwei Wochen zu rechnen. „Dies muss jetzt abgewartet werden“, sagt der Wolfsberater. Einen ähnlichen Fall gab es Ende Juni, ebenfalls auf einer Wiese bei Immensen. Ein Pony wurde von zwei Wölfen getötet, mittels Gen-Analyse bestätigt, der Marktspiegel berichtete. Angepasst wurde vom Landesbetrieb daraufhin die Anzahl der im Burgdorfer Holz lebenden Wölfe. Statt der bisher angenommenen zwei Einzeltiere sei ein Rudel mit bis zu acht Tieren heimisch. Dass Welpen im Burgdorfer Holz aufwachsen, wurde zudem bestätigt. Auf Marktspiegel-Frage zu möglichen Folgen für die Anwohner und Nutztierhalter verweist Wolfberater Axel Knoth auf die Vorgaben des Landesamtes, nachzulesen auf der Internetseite www.nlwkn.niedersachsen.de/wolfsburo. Nach wie vor gelte, dass die Wölfe sehr scheu seien. Halter von Weidetiere sollen Wolfsschutz-Zäune bauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen beim Spaziergang oder Freizeitsport in der Feldmark einem Wolf begegnen, sei äußerst gering. Falls doch, soll man nicht weglaufen, sondern sich groß und bemerkbar machen. Haushunde seien jetzt besser an der Leine zu führen, so seine Empfehlung.
Angesichts der Vielzahl der Wölfe macht Oliver Brandt als Sprecher der Burgdorfer Jägerschaft auf die Probleme der Weidetierhalter aufmerksam. Er teilt zum Fundort des jetzt getöteten Kalbs mit: "Die Weide liegt nur 500 Meter vom Dorf entfernt. Pferde- und Viehhalter haben massive Angst um ihre Tiere."