Die Sekretärin für Tötungsdelikte auf dem Liebespfad

In Susanne Mischkes Büchern fließt nicht nur Blut, es gibt auch viel zu lachen, und manchmal muss die Autorin selber mit dem Publikum schmunzeln. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Gut gelaunt signierte die Wedemärker Autorin nicht nur die zahlreichen Bücher für ihre treuen Fans, sondern trug sich auf Bitte von Ingrid Klug auch ins Gästebuch der Stadtbibliothek ein. (Foto: Susanna Veenhuis)

Susanne Mischke liest aus ihrem achten Hannover-Krimi in der Alten Schlosserei

LEHRTE (sv). „Was macht ein toter Hund in unserer Badewanne? “ Wie jeder Krimifan weiß: Wo Susanne Mischke autritt, ist eine Leiche nicht weit. Aber beim Auftakt zu ihrer Lesung in der Alten Schlosserei konnte die Autorin ihr Publikum beruhigen. Kein Tier war zu Schaden gekommen. Vielmehr waren zwei Hunde aus der Nachbarschaft von Mischkes urigem Kommissar Bodo Völksen und Gattin Sabine endlich ihr lockiges Langhaar-Fell los geworden, das nun in der Wanne einweichte. Völksens Gattin Sabine hat sich ein neues Hobby zugelegt: Sie spinnt Wolle und soll auf Wunsch der Besitzerin aus Hundis Haar-Matte einen Pullover stricken. Damit beantwortet sich auch die Frage des Kommissars. Der glaubt allerdings, mit dem Hundehaar-Pullover sei nun endgültig der Wahnsinn in sein Haus eingedrungen.
Die gut 200 Frauen und Männer in der Alten Schlosserei lachten amüsiert. Denn zwischen knallharten Mordgeschichten von skrupellosen Tätern und ahnungslosen Opfern sind es eben solcherlei nebensächliche, aber unterhaltsame Szenen, die seit dem ersten Hannover-Krimi von Susanne Mischke 2008 den fast familiären Ermittler-Background bilden. Als Leser freundet man sich mit dem Team von Fantasie-Kommissaren, die Mischke in der real existierenden Polizeidirektion Hannover in der Waterloostraße ansiedelt, quasi beim Ermitteln an.
Bei dieser Tätigkeit äußerst hilfreich ist Edeltraud Cebulla. Die Sekretärin des Dezernats für Tötungsdelikte wandelt mit ihren 56 Lenzen plötzlich auf Liebespfaden. Dass ausgerechnet die Polizeisekretärin auf einen Heiratsschwindler hereinfällt und an diesen Herzensbetrüger auch noch 40 000 Euro verliert, ist an sich schon schlimm genug. Aber schlimmer geht immer, und so pflastern im Lauf des Kriminalromans ihren Weg auch noch einige Leichen.
Susanne Mischke, 1960 im Allgäu geboren, lebt und arbeitet in der Wedemark. Auch in ihrem achten und jüngsten Hannoverkrimi „Zärtlich ist der Tod“ führt sie die Leser an prominente Orte mit Wiedererkennungswert wie das Café Mövenpick am Kröpcke, den Biergarten am Waterlooplatz oder die Bayerische Botschaft am Thielenplatz. Die Raststätte Wülferode an der A7, Richtung Hamburg, muss diesmal als Fundort für eine Leiche herhalten.
„Passen Sie gut auf sich auf, wenn Sie nach Hause gehen. Ich möchte Sie gern bei weiteren Lesungen hier begrüßen“, scherzte Ingrid Klug, Leiterin der Stadtbibliothek. Sie hatte die Drehbuch- und Krimiautorin schon zum zweiten Mal nach Lehrte geholt – auch 2015 bei dem Band „Kalte Fährte“ las Mischke vor vollem Haus. „Der nächste Band ist schon in Arbeit“, verriet sie und nannte auch den Titel: „Hättest Du geschwiegen“.
„Ich habe das aktuelle Buch extra noch nicht gelesen“, sagte Besucherin Simone Gronske aus Lehrte, die sich den Band direkt signieren lassen konnte. Am lustigsten fand sie die Kratzepullover-Szene, sagte sie. Aber da kannte sie ja noch nicht den ganzen Inhalt.
Ingrid Klugs Lieblingsschilderung ist die mit dem Undercover-Rendezvous; sie verweist vorausschauend schon auf die nächsten Autorenbesuche in Lehrte. Denn am 23. Oktober wird Dora Held in Lehrte zu Gast sein. Für den 15. Mai 2020 hat sie den Krimi- und Drehbuchautor Andreas Föhr eingeladen.
Laut der Polizeimeldungen zu dem Abend der Mischke-Lesung ist tatsächlich niemand der Anwesenden auf dem Nachhauseweg zu Schaden gekommen.