Die ortsbezogene Expedition führt in "Schilf mit Kies" und "Gebaute Gärten"

Julia Schmid vor dem Ölgemälde "Heart of Gold/Grau, Grün", das das Gleisdreieck mit seinen Bäumen, Sträuchern, Gräsern und vielen blühenden Kräutern "wild im Herzen der Stadt" darstellt. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Städtische Galerie |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Ex-Museumsdirektor Ulrich Krempel adelt bei Vernissage die Städtische Galerie

LEHRTE (hdb). Die fünfte und für dieses Jahr letzte Ausstellung in der Städtischen Galerie weist etwas Besonderes aus: Zum einen hat die Künstlerin Julia Schmid "ortsbezogen" gearbeitet. Zum anderen adelte der Ex-Museumsdirektor Ulrich Krempel bei seiner Einführung in die Werkschau die Alte Schlosserei auf dem ehemaligen Zuckerfabrikgelände.
Die 45-jährige Meisterschülerin der Braunschweiger Hochschule für Bildende Künste hatte ihr Konzept für die Ausstellung u8nter dem Titel (Schilf im Kies. Gebaute Gärten) bereits im vergangenen Jahr bei Spaziergängen durch die Eisenbahnerstadt entwickelt. Dabei wurde die gebürtige Wuppertalerin unterstützt vom städtischen Grünflächenplaner Volker Kemmling, vom Nabu-Vertreter Christian Helmreich, vom Vogelkundler Frank-Dieter Busch und einigen ortsansässigen Kleingärtnern. Die malerischen und fotografischen Arbeiten in ihrem hannoverschen Atelier entstanden dann ab dem Frühjahr 2014.
"Am meisten überrascht bei meinen Exkursionen vor Ort haben mich die vielfältigen Gewässer mit ihrer unterschiedlichen Geschichte", fasste Schmid ihre Eindrücke zusammen. Lehrte habe sie vorher immer mit dem Bahnhof und der Autobahnraststätte Lehrter See, aber nie mit "so viel Wasser" in Verbindung gebracht, schwärmte sie unmittelbar vor Beginn der Vernissage mit knapp 50 Besuchern und vor den Begrüßungsworten des stellvertretenden Bürgermeisters Burkhard Hoppe.
Die einführenden Worte sprach kein geringerer als Ulrich Krempel, der langjährige Direktor des hannoverschen Sprengel-Museums. Er fand zunächst lobende Worte für die Galerie - "ein schöner Raum, wunderbar." Die Arbeiten - Fotogramme, Zeichnungen, Ölgemälde - stufte der Experte als "Expedition in viele Aspekte eines unbekannten Kosmos" ein. Die "Annäherungsstrategie" der Künstlerin bei der "Eroberung von einem Stück Wirklichkeit" sei besonders bei den Zeichnungen "pingelig", sagte Krempel und fasste sein Urteil mit den Worten zusammen: "Diese Reise macht Spaß."
Er empfahl zum besseren Verständnis auch einen kleinen Textband von Schmid, die sich als vielseitige Zeichnerin, Malerin und Malerin sieht.
Die Ausstellung mit Direktbelichtungen von Pflanzen aus vier Biotopen, von Gewässern wie dem Permteich und dem Zuckerrüben-Absatzteich und Ausdrucken von verfremdeten Stadtplänen ist bis zum 1. Februar 2015 von Dienstag bis Freitag und sonntags jeweils von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Anfang Januar bietet die Galerie zwei Ferienaktionen für Kinder an: "Was wächst denn da?" richtet sich am Montag, 5. Januar, ab 14.30 Uhr an Kinder im Alter zwischen sechs bis neun Jahre. Die Neun- bis Zwölfjährigen gestalten eigene Bilder zum Thema "Gleise, Teiche, Gärten" am Dienstag, 6. Januar, von 10.00 bis 12.00 Uhr.