Die Gemeinschaft ist das Besondere

Susanne Nordmann (von links), Bernd Rust, Hans-Werner Seifert, Dieter Schramm, Wolf-Dieter Buchartowski, Karl-Heinz Deichmeier und Carsten Borsum sind die Organisatoren des 26. Aligser Weihnachtsmarktes. (Foto: Wiebke Molsen)

Beim Weihnachtsmarkt rücken die Dörfer zusammen

ALIGSE (wim). „Hier gibt’s nichts vom Band, hier ist alles von Hand!“ Die Augen von Karl-Heinz Deichmeier leuchten, wenn er vom Weihnachtsmarkt in Aligse erzählt. Besonders berührt haben ihn dieses Jahr die Kindergartenkinder, die die Tannenbäume in der Mitte des nostalgischen Budenrunds geschmückt haben. „Da geht mir das Herz auf“, strahlt er.
Der Ehrenvorsitzende des Vereins zur Förderung der Dorfgemeinschaften freut sich, dass die Aligser, Kolshorner und Röddenser dieses Jahr zum 26. Mal zum gemütlichen Miteinander eingeladen haben. Vor fünf Jahren hat der 76-jährige den Vorsitz in die jüngeren Hände von Carsten Borsum gelegt, bei den Aufbauarbeiten der Buden hilft er jedoch weiterhin tatkräftig mit. „Hier wird jede Hand gebraucht“, hebt Carsten Borsum die Rolle der Rentner beim Aufbau hervor.
Dass der Weihnachtsmarkt gut für die Zukunft aufgestellt ist, hat er aber dem verjüngten Vorstand zu verdanken. „Junge Leute ziehen junge Leute nach“, sagt Heinz Deichmeier. Dieser Spruch bewahrheitet sich auch hinter den Buden mit Holzschnitzarbeiten und Weihnachtsbaumschmuck, wo sich die Kinder mit Stockbrot am Lagerfeuer der Pfadfinder drängeln. Die jüngeren Kinder stehen derweil ehrfurchtsvoll vor dem Weihnachtsmann. Zusammen mit seiner Frau Andrea verwöhnt Hans Ahrens die kleinen Besucher mit netten Worten und süßen Tüten, während sich die meisten Erwachsenen mit Glühwein und Flammlachs auf den Abend einstimmen.
„Angefangen haben wir mit einer Pufferbude und seit zwölf Jahren bieten wir Flammlachs an“, erinnert sich Hans-Werner Seifert, der den Fisch auf großen Brettern am offenen Feuer gart. Insgesamt gehen an dem Wochenende 270 Kilo Lachs aufgeteilt auf 1.400 Portionen über den Tresen, rechnet er stolz vor. Da der Andrang immer so groß war, ist die benachbarte Bierbude mittlerweile auf die andere Seite des Platzes umgezogen. „Die Leute standen sonst bis auf die Straße“, freut sich Seifert über den Erfolg.
Dieser Erfolg kommt vor allem den Vereinen in den Dörfern zu Gute. In den vergangenen 25 Jahren wurden aus dem Erlös der Weihnachtsmarktbuden schon mehr als 100.000 Euro gespendet. Dabei ist jede Bude eigenverantwortlich und darf anbieten, was sie will. So wie Martina Buchholz, ihre Tochter Sophie und Annette Emmerich-Witt, die dieses Jahr Vogelfutterstellen aus altem Geschirr verkaufen. „Wir machen jedes Mal etwas Anderes“, sagt Emmerich-Witt. Das ganze Jahr über haben die Kolshornerinnen dafür mit ihrem Team besonders schöne Tassen gesammelt, sich zum Basteln getroffen und Pläne geschmiedet. „Die Gemeinschaft ist das Besondere“, sagt Annette Emmerich-Witt. Deshalb werden die engagierten Frauen im Januar auch wieder mit den Planungen für den Weihnachtsmarkt im Dezember 2020 beginnen.