Der gute „Spirit“ soll erhalten bleiben

Feierliche Schlüsselübergabe: Hausleiterin Silvia Liedtke bekommt von Architekt Christoph Ahrens symbolisch auf rotem Samt einen goldenen Schlüssel für den Neubau überreicht. (Foto: Susanna Veenhuis)
 

Viele lobende Worte zur Einweihung des Neubaus am Rosemarie-Nieschlag-Haus

LEHRTE (sv). „Wir sind alle gefordert, dass dieser Spirit erhalten bleibt!“ Fritz Huch, Vorsitzender des Kuratoriums der Rosemarie und Brigitte Nieschlag-Stiftung, brachte es auf den Punkt: Nahezu jeder Gastredner bei der feierlichen Einweihung des Neubaus am Rosemarie Nieschlag-Haus in der Iltener Straße schwärmte von dieser ganz besonderen Stimmung während der Bauzeit. Leiterin Silvia Liedtke nahm in der Feierstunde von Architekt Christoph Ahrens den symbolischen goldenen Schlüssel für den Neubau mit 42 Zimmern entgegen, der anstelle des alten Gartentrakts mit zwölf Apartments jetzt den kleinen Park des Seniorenheims zur Ostseite hin begrenzt. Zuvor hatten die Pastorinnen Gesa Steingräber-Broder und Dagmar Busermann einen Gottesdienst gehalten.
Lärm, Dreck und Fragen über Fragen – während der schmuddeligen Bauphase hatte das Leitungsteam mit Haus-Chefin Silvia Liedtke und Pflegedienstleiterin Svetlana Wolf zusammen mit dem Mitarbeiter-Stab trotz mannigfachem Stress ein einzigartiges Klima geschaffen, das sich auch positiv auf die Bewohner und alle am Bau Beteiligten ausgewirkt habe, sagte Fritz Huch. Auch Superintendentin Sabine Preuschoff würdigte die gute Stimmung. „Möge die Lebensfreude den Menschen in diesem Haus auch weiterhin erhalten bleiben“, wünschte sie allen mit dem Haus Verbundenen.
Der stellvertretende Bürgermeister Wilhelm Busch erinnerte an die Geschichte des Hauses, dessen Gründung auf einen Traum von Fritz Huchs Großmutter Rosemarie Nieschlag im Jahr 1955 zurückgeht. Darin habe Gott ihr den Auftrag erteilt, ein Haus zu bauen, in dem alte und kranke Menschen eine Zuflucht finden. Mit Hilfe der Matthäus-Kirchengemeinde und vielen Spendengebern konnte das Haus 1961 als Evangelisches Altersheim an der Iltener Straße eröffnet werden. Seitdem wurde das Heim in mehreren Schritten erweitert und modernisiert.
Im Herbst 2018 rückten die Bagger an: Der alte Gartentrakt und der Veranstaltungssaal wurden abgerissen. Im März 2019 wurde feierlich die Kupferrolle mit einer aktuellen Heimzeitung und weiteren Beigaben bei der Grundsteinlegung eingemauert; Richtfest war Ende Mai 2019. Trotz Verzögerungen durch kontaminierten Untergrund war der neue Trakt nach nicht einmal einem Jahr Bauzeit fertig gestellt.
38 Einzel- und vier Doppelzimmer bietet der mit modernster Technik ausgestattete Neubau. Alle Zimmer verfügen über ein eigenes Bad. Außerdem gibt es neben Aufenthalts- und Speiseräumen auch zwei gemütliche Kaminzimmer, deren Ausstattung die Volksbank-Stiftung gefördert hat. Das Haus ist speziell für die Betreuung Demenzkranker ausgelegt, deren Anteil bei den Pflegeheim-Bewohnern im Steigen begriffen ist.
Stellvertretend für die beiden anderen Geschäftsführer Dagmar Brusemann und Rüdiger Krafft dankte Joachim von der Osten vom Verein Evangelisches Alters- und Pflegeheim allen an Planung und am Bau Beteiligten für das reibungslose Miteinander und den Bewohnern für ihr reges, anteilnehmendes Interesse. Architekt Ahrens erinnerte auch an weniger erfreuliche Überraschungen wie die 3000 Tonnen belasteten Bodens, die ausgetauscht werden mussten, sowie die 30 000 Kubikmeter kontaminierten Wassers, das abzupumpen war. Mehrkosten von über 250000 Euro hatte das verursacht. „So etwas kann jedes Projekt zu einer Herausforderung werden lassen!“
„Alle haben mit angepackt, alle ziehen an einem Strang – Danke von Herzen!“ Heimleiterin Silvia Liedtke wollte mit ihrem Dank an die Geschäftsführung und an die Mitarbeiter sowie die vielen ehrenamtlichen Helfer für ihr Engagement während der Bauzeit nicht hinter dem Berg halten und hatte sich spontan ans Mikrofon begeben. „Wir sind die Brigitte und Rosemarie Nieschlag-Großfamilie!“
Von der Osten betonte ebenfalls die positive Atmosphäre. Es habe wie bei allen Bauvorhaben Höhen und Tiefen gegeben, und auch die Bewohner hätten einige Einschränkungen hinnehmen müssen. „Zusammen haben wir alles prima gewuppt“, sagte er und erinnerte an das Leitmotiv des Hauses: Zuhause ist dort, wo man sich wohl fühlt.