Demografischer Wandel erfordert neue Wege der Kommunen

Ulrich Kinder (links), Fachbereichsleiter für Planung und Raumordnung der Region Hannover, eröffnete die Ausstellung „Ideenbörse Demografischer Wandel“ in der Volksbank-Hauptgeschäftsstelle Lehrte. (Foto: Sabrina Dickhaeuser)
 
BILDUNTERSCHRIFT UNTER DEM TEXT. (Foto: BILDUNTERSCHRIFT UNTER DEM TEXT.)

Ausstellung in der Volksbank Lehrte zeigt beispielhafte Projekte

LEHRTE (dik). Im demografischen Wandel, mit einer raschen Zunahme des Anteils älterer Menschen und rückläufige Geburtenzahlen, stehen Kommunen im Wettbewerb um Einwohner, gute Arbeitsmöglichkeiten, attraktive Lebensbedingungen und gute Standortqualität. Unter anderem deshalb gibt es in den Städten und Gemeinde inzwischen verstärkt Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität unter Berücksichtigung der Entwicklungstrends. Beispielhafte Beispiele werden noch bis zum 20. Juni in der Wanderausstellung „Ideenbörse Demografischer Wandel“ in den Räumen der Hauptgeschäftstelle der Volksbank Lehrte-Springe-Pattensen-Ronnenberg am August-Bödecker-Platz 1, vorgestellt.
Ob es um Familienfreundlichkeit, Bildung, seniorengerechte Infrastruktureinrichtungen oder eine nachhaltige Stadtplanung geht: Viele dieser Initiativen empfehlen sich zur Nachahmung. Gezeigt werden auf 25 Ausstellungstafeln Pläne, laufenden Projekte und schon bestehenden Einrichtungen. Themenfelder sind „Bildung und Integration“, „Jung & Alt“ und „Familien“ sowie „Stadtentwicklung“.
Eröffnet wurde die Ausstellung von Lehrtes Verwaltungschef Uwe Bee und Ulrich Kinder, Fachbereichsleiter für Planung und Raumordnung der Region Hannover. Zu den Eröffnungsgästen zählten unter anderen die Stellvertreter der Lehrter Bürgermeisterin Jutta Voss, Burkhard Hoppe und Hermann Hoffmann, sowie die Bürgermeisterkandidaten für Lehrte, Björn Rust (CDU), Klaus Sidortschuk (SPD) und Ronald Schütz (Bündnis 90/Die Grünen).
Mit dem Zitat „den Wandel liebt, wer lebt“ könne der demografische Wandel nicht gemeint gewesen sein, so Uwe Bee, auch weil der durch die Rentenreform in den vergangenen Jahren einen negativen Touch bekommen habe. „Jetzt hat er auch die Kommunen erreicht und Lehrte muss damit rechnen, weniger BürgerInnen und vor allem weniger Kinder zu haben. Die Vereine kämpfen um Mitglieder und Grundschulen werden umorganisiert“, erklärte Bee.
Doch es gäbe, was als positiv zu werten sei, auch einen Gegenstrom: Ein größeres Angebot an Arbeitsplätzen für Frauen und Männer auf dem Arbeitsmark, was allerdings auch den Ausbau an Krippen und Kindergartenplätzen erfordere. Als besonders positiv wertete der Lehrter Verwaltungschef, dass die Kommunen jetzt ihre BürgerInnen „neu entdecken“ würden und das Ehrenamt und die Potenziale älterer Menschen mehr Beachtung fänden.
Laut Ulrich Kinder erfordert der demografische Wandel die Notwendigkeit zum „lebenslangen Lernen“. Im Kampf um gute Arbeitskräfte sei es wichtig, dass die Kommunen die Handlungsfelder „Bildung“, „Beruf“ und „Fachkräftemangel“ in den Mittelpunkt rücken.
Der Fachbereichsleiter für Planung und Raumordnung der Region Hannover lobte die bereits bestehenden Projekte und Pläne, mit denen sich Lehrte im demografischen Wandel stark macht, darunter ein Spielplatzleitplan, die Senioren- und Behindertenberatung der Stadt Lehrte, die Stärkung des Stadtkerns, die Schaffung einer guten Infrastruktur, Projekte zur Integration und die Zunahme des Anteils der Grünflächen in Lehrte.
Er freute sich zudem, dass Lehrte bei diesen Projekten den „Wegweiser“, eine Prognose der Bertelsmann- Stiftung zum demografischen Wandel, den diese für 3.000 Städten und Gemeinden in Deutschland herausgegeben hat, berücksichtigt habe. Demnach müsse Lehrte bis zum Jahr 2025, trotz Zuwanderung, mit einem Bevölkerungsrückgang von etwa drei Prozent rechnen. Darüber hinaus werde der Anteil der über 80-Jährigen um 80 Prozent zunehmen.
Beeindruckende Projekte mit Nachhaltigkeit stellte Dirk Ewert, einer der drei Integrationsbeauftragten des SV 06, vor. Einige davon werden in der Wanderausstellung vorgestellt. Für das lobenswerte Engagement des SV 06, das ausschließlich von ehrenamtlich Tätigen auf die Beine gestellt wird, gab es Beifall.
Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten in der Hauptgeschäftstelle der Volksbank Lehrte besucht werden. Diese sind Montag bis Freitag, von 8.00 bis 13.00 Uhr und Montag, Dienstag und Donnerstag von 14.30 bis 18.00 Uhr. Die Prognose der Bertelsmann Stiftung für Lehrte kann übrigens im Internet unter www.wegweiser-kommune.de/eingesehen werden.
Ulrich Kinder (links), Fachbereichsleiter für Planung und Raumordnung der Region Hannover, eröffnete die Ausstellung „Ideenbörse Demografischer Wandel“ in der Volksbank-Hauptgeschäftsstelle Lehrte.