„Deckel auf“ für die neuen O-Wertstofftonnen

In Sehnde freudig begrüßt: Die ersten O-Tonnen am Donnerstag bei ihrer Übergabe vor dem Rathaus. (Foto: Walter Klinger)

Nach Lehrte nun auch Auslieferungsstart in Sehnde

SEHNDE/LEHRTE (r/kl). Nach dem Auslieferungsstart schon vor einer Woche in Lehrte und ab Dienstag, 19. April, nun auch in Sehnde steht die O-Tonne für Metalle, Kunststoffe, Textilien (im Sack) und Elektro-Kleingeräte schon bald im gesamten Pilotprojekt-Gebiet für dieses Angebot, es ist dies der Altkreis Burgdorf, bereit (nur die Gemeinde Wedemark startet erst nächste Woche). Schon jetzt, so berichtete aha-Geschäftsführerin Kornelia Hülter am Donnerstag im Rathaus Sehnde, sind für die 47.000 von der Abfallentsorgung erfassten Grundstücke in diesen sieben Städten und Gemeinden bereits mehr als 10.000 O-Tonnen geordert worden – die BürgerInnen ziehen also mit bei der Gewinnung von Rohstoffen aus ihrem Abfall.
Mit weiter steigender Nachfrage wird gerechnet, da die Informationsbroschüren zur O-Tonne zeitlich gestaffelt verteilt wurden. Jede Menge funkelnagelneue 240 Liter-Tonnen mit dem orangefarbenen Deckel stehen deshalb in der „aha“-Betriebsstätte in Burgdorf noch zur Aufstellung bereit.
Wichtig für die BürgerInnen ist, dass auf einem Anhänger an den gelieferten Tonnen die Leerungstermine für das ganze Jahr vermerkt sind. Abgeholt werden die Wertstoffe aus der O-Tonne jeweils einmal im Monat – die Abfuhrtage in den einzelnen Ortsteilen sind allerdings unterschiedlich. Der Inhalt der ersten O-Tonnen im Altkreis wird bereits ab dem 2. Mai geleert.
Ihr Angebot, dass auch die gelben Säcke in die O-Tonne gepackt werden können, verteidigte der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (= aha) am Freitag vor Gericht: Eines der neun mit der Weiterverwertung der gesammelten Rohstoffe beauftragten Fachunternehmen hat dagegen Klage erhoben.
„aha“-Chefin Kornelia Hülter und der Aufsichtsratsvorsitzende der Abfallentsorgungsgesellschaft Region Hannover (arh, Vertragspartner des Dualen Systems in der hiesigen Region), der Regionsabgeordnete Wolfgang Toboldt aus Sehnde, zeigten sich aber absolut zuversichtlich, dass diese Klage jeglicher Grundlage entbehrt. Tatsächlich erhalte die Beschwerde führende Firma durch die O-Tonne mehr Wertstoffe zur Weiterverwertung als vorher.
Zusammen mit der stellvertretenden Sehnder Bürgermeisterin Maike Vorholt hob Wolfgang Toboldt nicht nur den Beitrag zum Umweltschutz und die praktischen Vorteile für die BürgerInnen hervor (die ganz besonders schätzen, dass sie auch ihre Elektrokleingeräte über die O-Tonne entsorgen können). Da die Erlöse aus dem Weiterverkauf der in der O-Tonne (ein für die BürgerInnen kostenfreies Angebot) gesammelten Wertstoffe ungeschmälert wieder in die Abfallwirtschaft fließen, ergäbe sich ein positiver Effekt auch für die Abfallgebühren, betonten Toboldt und Vorholt.
Im überwiegend ländlich geprägten Sehnde mit seinen großen Grundstücken, auf denen Aufstellung keine Probleme bereitet, erwartet Wolfgang Toboldt eine große Resonanz auf die O-Tonne. Da dieses Angebot freiwillig sei, könnten die BürgerInnen, welche die O-Tonne nicht nutzen, ihren gelben Müllsack für Verbundstoffe aber auch wie bisher wöchentlich an die Straße stellen.
BILDUNTERSCHRIFT:
Freude über den gelungenen O-Tonnen-Start und Beginn ihrer Auslieferung nun auch in Sehnde (v.l.): „arh“-Aufsichtsratschef und Regionsabgeordneter Wolfgang Toboldt, die stellvertretende Sehnder Bürgermeisterin Maike Vorholt, der stellvertretende Sehnder Verwaltungschef Rolf Steinhoff, „aha“-Geschäftsführerin Kornelia Hülter und Auslieferungsbetreuer Uwe Grohs. Foto: Walter Klinger