Deckel am Kesselwagen undicht

Keine größere Gefahr, aber 30 Einsatzfahrzeuge am Eisenbahnlängsweg

Lehrte (r/gg). Am Mittwoch gegen 11 Uhr ist es auf dem Bundesbahngelände zwischen den Ortschaften Lehrte und Ahlten zu einem Chemikalienaustritt aus einem Kesselwagen gekommen. Ein Bundesbahn-Bediensteter hatte am Domdeckel eines mit Gefahrgut beladenen Kesselwagens den Austritt einer Flüssigkeit bemerkt und umgehend die Feuerwehr alarmiert. Aufgrund der ungenauen Ortsangabe, wo der Zug abgestellt war,
wurden die Einsatzkräfte zunächst zur Bahnhofstraße geschickt. Erst nach einer genauen Erkundung konnte der Zug auf der Bahnstrecke zwischen Lehrte und Ahlten, etwa in Höhe des Motorradvereins, ausfindig gemacht werden. Da ein Zugang zu dem Bahngelände nur über den Eisenbahnlängsweg möglich war, wurden sämtliche Einsatzkräfte dorthin umgeleitet. Der Eisenbahnlängsweg musste daraufhin für die Dauer des Einsatzes komplett gesperrt werden. Ebenso wurden durch die Deutsche Bahn alle Gleise, bis auf
die des S-Bahnbetriebes, zwischen den Ortschaften Lehrte und Ahlten für den Zugverkehr gesperrt.
Eine durch die Feuerwehr durchgeführte Lageerkundung bestätigte den Austritt der Chemikalie Styren im Bereich des Domdeckels des Kesselwagens. Bei Styren handelt es sich um eine klare, ölige Flüssigkeit, die insbesondere Augen, Atemwege, Haut und Schleimhäute
reizen kann und in Laboren sowie zur Herstellung von Kunstoffen Verwendung findet. Bevor die Einsatzkräfte tätig werden konnten, musste zunächst durch die Bahn die über den Zug verlaufenden Oberleitungen abgeschaltet werden. Erst danach konnten die Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Chemiekalienschutzanzügen auf den Kesselwagen vorrücken und den Domdeckel mit Spezialwerkzeug verschließen. Da die Chemikalie nicht in das Gleisbett gelaufen war, konnte der Einsatz am Kesselwagen gegen 13 Uhr beendet werden. Die
nachgelagerten Arbeiteten dauerten noch an, so dass die Sperrung des Eisenbahnlängsweg erst gegen 14 Uhr wieder aufgehoben werden konnte. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand aufgrund der geringen Menge der ausgetretenen Chemikalie zu keinem Zeitpunkt des Einsatzes - so der Bericht von Christian Urban von der Feuerwehr Lehrte.
Im Einsatz waren neben der Feuerwehr Lehrte, der Gefahrgutzug der Region Hannover-Ost, der Gefahrgutzug der Berufsfeuerwehr Hannover und der Rettungsdienst mit insgesamt 90 Einsatzkräften und 30 Fahrzeugen. Ebenfalls im Einsatz war die Bundespolizei sowie die
Landespolizei mit mehreren Beamten und Einsatzfahrzeugen.