Das Schützenfest Ahlten machte seinem Volksfestcharakter wieder alle Ehre

Ortsbürgermeister Jürgen Kelich mit den Ahltener Schützenmajestäten (v.l.): 2. Ritter Markus Lehnert, Volkskönig Matthias Wolf, 1. Ritter Uwe Winkler, Jungschützenkönig Benjamin Schoeler, Königin Annette Brathering, König Daniel Kolditz, Lichtpunktkönig Finn Beinsen und Jugendkönig Gerrit Schemschat. (Foto: SG Ahlten/Volker Kleinert)
 
Im voll besetzten Festzelt konnte Ahltens Schützenchef Frank Hermannsfeldt (2.v.r.) trotz deren derzeitigen vollen Terminkalenders auch Lehrtes Bürgermeisterin Jutta Voß (links, vorn) und zu – in Ahlten besonders unterhaltsam gehaltenen – Ansprachen Vertreter der Kirchen (rechts Diakon Werner Mellentin) begrüßen. (Foto: Walter Klinger)

Reigen der Programmhöhepunkte begann bereits vor den Fest-Tagen – Die 2. Damenleiterin und der 2. Schießsportleiter bilden das Königspaar

LEHRTE/AHLTEN (r/kl). In Ahlten versteht man zu feiern. Das gilt in ganz besonderem Maße für die Schützen. Drei Tage haben sie mit den Ahltener Bürgern und befreundeten Vereinen ein rauschendes Fest gefeiert, das in diesem Jahr ganz besondere Höhepunkte hatte, und am Tag nach dem Volks- und Schützenfest den Katerkönig ausgeschossen.
Einen Tag vor der Königsproklamation hatte Kreiskönigin Renate Riesch ihre Scheibe aufgehängt und zugleich mit ihrem Mann Jürgen, Ehrenvorsitzender der Schützengesellschaft Ahlten, Abschied als Ahltener Königspaar genommen. Und das war eine Woche vor dem großen Fest schon der erste Höhepunkt, der gemeinsam mit den Schützinnen und Schützen, dem Spielmannszug, Gästen aus Anderten und Höver, der Schützenbruderschaft „Das Große Freie“ und Freunden und Bekannten gefeiert wurde.
Am darauf folgenden Tag wurden im bis auf den letzten Platz besetzten Schützenheim die Könige bekannt gegeben. Und das war schon der zweite Programmhöhepunkt vor dem eigenmtlichen Fest. Zum Volkskönig ist Matthias Wolf ausgerufen worden, zum König der 2. Schießsportleiter Daniel Kolditz, zur Königin die 2. Damenleiterin Annette Brathering, zum Lichtpunktkönig der erst acht Jahre alte Finn Beinsen, zum Jugendkönig Gerrit Schemschat und zum Jungschützenkönig Benjamin Schoeler, der seinen Titel erfolgreich verteidigt hat. Nach der Proklamation ging es noch lange hoch her im Schützenheim.
Am Schützenfestsonnabend zog der Spielmannszug schon ab 04.00 Uhr zum Wecken mit Musik durch die Straßen der Ortschaft. Das Schützenfest ist dann am Abend mit einem Ökumenischen Gottesdienst im Festzelt eröffnet worden, und das war der 3. Höhepunkt. Der Gottesdienst ist erst zum zweitenmal gehalten worden und schon will keiner mehr ihn missen.
Das zeigten durch ihre Anwesenheit viele Ahltener Bürger, zahlreiche Schützen und drei Musikzüge, die den Gottesdienst miteinander gefeiert haben, der von dem Posaunenchor Ahlten/Ilten musikalisch begleitet wurde. Im Anschluss daran gab es die feierliche Proklamation der Majestäten 2011. Die Königinnen und Könige erhielten ihre Scheibe und die Königskette. Nur der König musste noch bis zum Scheibenaufhängen am Montag auf seine Königsscheibe warten. Nach der feierlichen Proklamation haben die Majestäten mit dem „Königswalzer“ die Tanzfläche für die Festbesucher freigegeben.
Für den gut besuchten Festball am Sonnabend Abend wurden mehr als 770 Tanzbänder verkauft, und „Venus Die Band“ verstand es vorzüglich, die Festgäste bis weit nach Mitternacht auf die Tanzfläche zu holen. Noch gegen 03.00 Uhr am nächsten Morgen war die Tanzfläche rappelvoll. Dank einer privaten Security verliefen die Tanzabende sowie das gesamte Festgeschehen ohne nennenswerte Zwischenfälle.
Am Sonntag zog ein langer, bunter und fröhlicher Festzug, das war der Programmhöhepunkt, durch die von der Jugendabteilung mit Girlanden und Fahnen und vom Festausschuss mit Birkengrün geschmückten Straßen. Um die 800 Gäste marschierten mit. Sieben Spielmannszüge und Blasmusikkapellen unterhielten die zahlreichen Zuschauer an den Straßenrändern und sorgten für Gleichschritt im Festzug.
Befreundete Schützenvereine waren mit großen Abordnungen gekommen. Selbstverständlich war auch die Kanone, die „Dicke Berta“, dabei. Zu dem farbenprächtigen Umzug trugen die beiden Kindergärten mit den bunten Festwagen, die Kids der TSG-Sparten Leichtathletik und Eltern-Kind-Turnen, die Thai Kickboxer, die Junggesellenkompanie aus Hildesheim, die Laienspieler, in Kostümen des diesjährigen Märchens „Rotkäppchen“, das DRK Ahlten, die Feuerwehr Ahlten, der Ahltener Survival Club, zum erstenmal die Voltigiergruppe und viele andere Ahltener Vereine bei.
Auch die Schützenbruderschaft „Das Große Freie“ war mit ihrem Vorsitzenden Heinz Köneke, dem Silbervogelkönig Dieter Gorontzy, der Trägerin der Wappenkette Annemarie Gorontzy und dem Träger des Ernst-August-Ordens, Wolfgang Großmann. dabei und hatte ihre Standarte mitgebracht. Kreiskönigin Renate Riesch, Kreiskönig Tobias Nolte und Kreisjuniorenkönig Patrick Lork verliehen dem Festumzug königlichen Glanz.
Nach dem Konzert der Spielmannzüge und Blasmusikkapellen im Festzelt startete am Abend der Festball mit DJ „Frankie Bee“, der auch am Montag Abend zum Tanz einlud.
Am Montag versammelten die Schützen sich bereits um 09.30 Uhr im Festzelt und marschierten mit den Ahltener Musikanten und dem Ahltener Spielmannzug, der Anfang Juli bei den European Championships eine Goldmedaille errungen hat, zum König, um die Königsscheibe anzunageln, und das war der fünfte Programmhöhepunkt. Weil der König in Ilten wohnt, wurde die Königsscheibe am Ahltener Schützenheim aufgehängt. Wie der Zufall so spielt, war die Scheibe, die beim Abmarsch noch auf der Kanone zu sehen war, plötzlich abhanden gekommen. Auch die eiligst beschaffte Ersatzscheibe war aus unerklärlichem Grund verloren gegangen. Da rückte plötzlich die Feuerwehr Ahlten mit einem Löschwagen an, weil vor dem Schützenheim eine Kanalverstopfung ausgemacht worden war. Sie spülte den Kanal durch und förderte so die Ersatzscheibe zu Tage. Diese Scheibe, in der Form eines Toilettendeckels (Anmerkung: Der König arbeitet im Klärwerk Gümmer) wurde dann eiligst angenagelt. Als es dann nach Imbiss und Umtrunk zurück ins Festzelt zum Festessen ging, hing aber doch die „richtige“ Königsscheibe am Schützenheim, und alles hatte wieder seine Ordnung.
Das Schützenzelt war zum Festessen, dem sechsten Festhöhepunkt, mit mehr als 320 Gästen bis zum letzten Platz besetzt. Unverzichtbar, und von allen Teilnehmern ungeduldig erwartet, sind die launigen Reden von Pastor Henning Runne und von Diakon Werner Mellentin, der jetzt immerhin schon zum 7.mal dabei war.
Christa Lauenstein, Heinrich Ihssen und Kay Hofmeister erhielten den Verdienstorden der Schützengesellschaft Ahlten. Für 15-, 25-, 40- und 50-jährige Zugehörigkeit zum Deutschen Schützenbund wurden Ehrennadeln in Bronze, Silber und Gold verliehen. Der Präsident des Kreisschützenverbandes Burgdorf, Werner Bösche, zeichnete die Spielleute Katrin Schemschat und Thomas Maronna für ihr ehrenamtliches Engagement mit der Ehrennadel des KSV Burgdorf in Bronze aus, den Bogensportler Gerald Ratajczak mit der bronzenen Ehrennadel des Niedersächsischen Sportschützenverbandes, und die Bogensportlerin Margarete Ratajczak mit der Silbernen Ehrennadel des KSV Burgdorf.
Für fünf Jahre aktive Arbeit erhielt Isabel Fichtner von Landesmusikleiter Bernd Schönebeck die kleine Verdienstnadel in Bronze, Katrin Schemschat die große Verdienstnadel in Silber für 25 Jahre aktive Arbeit, Dorothee Bock die NSSV Verdienstnadel in Silber und Dirk Manthey das Ehrenkreuz in Bronze des Deutschen Schützenbundes.
Beim Festessen sind zehn gespendete Einkaufsgutscheine für den E-neukauf in Ahlten im Wert von je 25 EURO verlost worden und ein großer Präsentkorb, den E-neukauf gespendet hatte. Glücklicher Gewinner des Präsentkorbes war Frank Lüders.
Der Montagnachmittag gehörte dann ganz den Kindern, die gespannt den
Aktionen von Clown „Luftikus“ folgten und sie ganz in seinen Bann zog. Und den
ganzen Tag galten ermäßigte Preise auf allen Fahrgeschäften, was besonders
die Eltern freute.
Zum dritten Mal gab es am Montag einen „Handwerkertag“, den Ahltener Vereine für ihre Sponsoren aus dem Handwerk in Form einer „Happy Hour“ veranstalteten. Die Idee dazu ging von Peter Goedeke aus. Und vor dem großen Schlussball mit DJ Frankie Bee ehrten Ortsbürgermeister Jürgen Kelich und Schießsportleiterin Inge Bartels die Sieger des Firmen- und Vereine-Schießens. Unter den anwesenden Teilnehmern des Schießens sind noch einmal zehn Gutscheine verlost worden.
Die drei fröhlichen Festtage gingen bei guter Stimmung zu Ende.