Das "heißeste" historische Dreschefest aller Zeiten auf dem Mühlenberg Immensen

Ein Bild wie eine Urwaldexpedition: Die willkommene Schattensuche im Maislabyrinth auf dem Vereinsacker der Freunde historischer Fahrzeuge Immensen. (Foto: Walter Klinger)

Gefühlte 40 Grad - etwas weniger Besucher, aber Rekordumsatz an Getränken

LEHRTE/IMMENSEN. Das traditionelle Dreschefest Immensen zeigte am vergangenen Wochenende zum 18. Mal Großvaters Land- und Dampfmaschinentechnik "zum Anfassen", erlebte aber selbst einen historischen Rekord: Bei tatsächlich 35,5 Grad Celsius und am Samstag dem heißesten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, sorgte die Wüstenluft aus der Sahara für gefühlte 40 Grad Celsius auf dem gnadenlos besonnten Immenser Mühlenberg.
Prompt ging der Besuch mit nur gut 2.100 BesucherInnen etwas zurück.
Die BummlerInnen durch die Welt der ersten Motoren schwitzten wie einst die Urgroßeltern bei der Ernte. Viele, die anschließend noch nach Immensen kommen wollten, gaben schon nach dem Besuch des Burgdorfer Pferdemarktes auf und sahen lieber die Fußball-Pokalspiele vom beschatteten Balkon daheim.
Trotz des geringeren Besuches gab es an einer zentralen Versorgungsstelle Warteschlangen, obwohl der Eisstand seine Besetzung verdoppelt hatte. Die heißen belgischen Waffeln fanden dagegen erst gegen Abend einige Abnehmer. Anders als bei mehreren der Fußballspiele im TV zu sehen, ging den Immensern der Vorrat an gekühlten Getränken aber nicht aus. Die Fest-Wirte Hannes Moik und der von Tim Dralle unterstützte Ralf Busch hatten sich mit Kühlwagen vorbereitet und warfen der Sonne alles entgegen, was an Schatten spendenden Schirmen verfügbar war.
Fielen die Rundgänge dieses Mal sonnenbedingt etwas kürzer aus, wird den PilotInnen der historischen Schlepper, Oldtimer der Straße und Dampflokomobilen aber doch die einzigartige Geselligkeit in Erinnerung bleiben, welche die Immenser Dreschefeste seit jeher auszeichnet. Die Mitglieder des Vereins "Freunde historischer Fahrzeuge" Immensen um ihren Vorsitzenden Thorsten Kochanneck nahmen sich ganz entspannt viel Zeit für die Betreuung der aus mehreren Bundesländern angereisten Gäste.
Und die revanchierten sich mit viel Ausdauer bei der Beantwortung von Besucherfragen und zahlreichen spontanen Mitfahrten auf und hinter den Fahrzeugoldies - ein Sixth Inch-Dampflokomobil fuhr sogar Ingrid und Hermann Buchholz aus Immensen zur Goldenen Hochzeit.
Gefachsimpelt wurde anschließend bei sommerlichen Temperaturen gesellig bis in die Nacht - und ein im Angebot erneut ausgeweiteter Teilemarkt trug dazu bei, die Funktiontüchtigkeit der historischen Fahrzeuge und Maschinen auch für die Zukunft zu sichern. Zumindest bis zum nächsten der inzwischen bundesweit beliebten Immenser Dreschefeste, zu dem ausnahmslos alle in diesem Jahr hier vertretenen Vereine historischer Fahrzeugfreunde natürlich wiederkommen wollen . . .