Chronisten aus den Dörfern erklären Kernstadt-Geschichte

Hans-Wilhelm Mölbitz (vorn) und neben ihm Giesela Schulz gaben rund 30 Kernstädter/innen (darunter auch Bürgermeister Klaus Sidortschuk, rechts hinten) interessante Einblicke in die Lehrter (Kernstadt-)Geschichte. (Foto: SPD KS Lehrte)
Lehrte: SPD-Bürgerbüro |

Gelungener zweiter "Lehrte-Abend" im SPD-Bürgerbüro

LEHRTE (r/kl). Rund 30 Gäste konnte SPD-Abteilungsvorsitzender Ekkehard Bock-Wegener anlässlich des zweiten "Lehrte-Abends" im SPD-Bürgerbüro am Lehrter Rathausaplatz willkommen heißen.
In Zusammenarbeit mit dem Magazin "Lehrter Land & Leute" standen erneut zwei stadtgeschichtliche Themen im Mittelpunkt:
Heimatautor Hans-Wilhelm Mölbitz aus Immensen erinnerte an den früheren sozialdemokratischen Bürgermeister Heinrich Beinsen. Dieser war nach dem ersten Weltkrieg für das Lehrter E-Werk verantwortlich. Ab 1933 allerdings war er Schikanen der Nazis ausgesetzt und musste auch seine Kündigung hinnehmen.
Nach dem zweiten Weltkrieg setzen ihn die Amerikaner aufgrund seiner vielfältigen Kompetenzen als Bürgermeister ein. Zentrale Herausforderungen bestanden damals im Wiederaufbau und in der Flüchtlingsunterbringung.
Die Schenkung des Lehrter Krankenhauses durch den Unternehmer Hermann Manske im Jahr 1895 und die weitere Entwicklung der Einrichtung war anschließend das Vortragsthema von Heimatautorin Giesela Schulz aus Sievershausen.
Sie erinnerte unter anderem an den Vertrag zwischen der Stadt Lehrte und dem früheren Landkreis Burgdorf aus dem Jahr 1971, mit dem die Trägerschaft auf den Landkreis überging und der eine Standortgarantie für das Lehrter Krankenhaus enthält. Dieser Vertrag sei auch wichtig in Zusammenhang mit der Diskussion um die "Medizinstrategie 2020" und die darin angedachte Schließung des Krankenhauses.
In der anschließenden Diskussion wies Bürgermeister Klaus Sidortschuk darauf hin, dass das Klinikum Region Hannover aufgrund einer einstimmigen Forderung des Lehrter Rates zurzeit den Weiterbestand der Krankenhäuser Lehrte und Großburgwedel ergebnisoffen gegen deren Fusion in einem Neubau abwägt. Zu Zwischenergebnissen sei in nächster Zeit eine öffentliche Veranstaltung geplant.
Unter den Diskussionsteilnehmern war man sich zudem einig: Krankenhausleistungen gehören zur öffentlichen Daseinsvorsorge und Gesundheit von Menschen ist keine Ware. Mit privatwirtschaftlichen Unternehmen, die Gewinne erzielen müssten, dürfe man daher Kliniken nicht in einen Topf werfen; darunter litten Patienten und Beschäftigte.