Chronik zeigt Lebensumstände vor einhundert Jahren auf

Vortrag über das Kirchspiel am 8. November

SIEVERSHAUSEN (r/gg). Am Donnerstag, 8. November, um 19 Uhr wird Giesela Schulz noch einmal im Antikriegshaus aus der Chronik der Kirchengemeinde der Jahre 1909 bis 1922 lesen. Die Erstausgabe dieses Vortrages im April hatte breites Interesse gefunden, die daraus resultierende Mund-zu-Mund-Propaganda weckte im Dorf das Bedürfnis nach einer Wiederholung.
Im kommenden Jahr steht der St. Martins-Kirchengemeinde in Sievershausen ein Kirchenjubiläum ins Haus, dann wird der klassizistische Ausbau der Kirche, wie er bis heute besteht, 200 Jahre alt. Grund genug, Geschichten aus der Geschichte der über 1.000 Jahre alten ehemaligen Archidiakonatskirche zusammenzutragen. So hat sich Giesela Schulz, Sprecherin des Arbeitskreises Ortsgeschichte, daran gemacht, die handschriftliche Chronik des Kirchspiels Sievershausen aus der Zeit um den Ersten Weltkrieg, also vor rund 100 Jahren in die heute gebräuchliche Schriftform zu transkribieren und wird interessante Abschnitte in einer Lesung im Antikriegshaus vorstellen.
Chronist jener Zeit war der damalige Inhaber der zweiten Pfarrstelle und spätere Sievershäuser Superintendent Felix Rahn. Ungeachtet seiner nationalkonservativen Grundhaltung, die er auch an dieser Stelle in Kommentaren deutlich macht und die ihn später zu einem NS-Protagonisten machte, beschreibt Felix Rahn hier anschaulich die Nöte der Bevölkerung zur Zeit des furchtbaren Krieges und dessen Ende fast auf den Tag genau im November vor 100 Jahren. Felix Rahn war als Pastor der zweiten Pfarre in erster Linie für die Kirchspielgemeinden der Umgebung zuständig und beschreibt vieles von dem, was sich dort abgespielt hat. So ist der Vortrag auch für Menschen aus den Nachbargemeinden interessant, die im Frühling keine Gelegenheit hatten, ihn zu besuchen.
Unterstützt wird Giesela Schulz bei ihrer Lesung durch Rolf Schmidt, der ihre Ausführungen durch passendes Bildmaterial aus dem Fundus des Arbeitskreises illustrieren wird. Der Eintritt ist frei.