Café mit Herz eröffnet das Jahr der Stimme

Pastorin Gesa Steingräber-Broder begeistert die Gäste des „Cafés mit Herz“ mit ihrer selbstgeschriebenen Liebesgeschichte. (Foto: Wiebke Molsen)

Gemeindemitglieder singen Liebeslieder mit Elan

LEHRTE (wim) „Ich habe eine Tendenz zum höheren Blödsinn“, gibt Pastorin Gesa Steingräber-Broder verschmitzt zu, bevor sie den begeisterten Gästen des „Cafés mit Herz“ im Gemeindehaus der Matthäusgemeinde in der Goethestraße ihre selbstgeschriebene Liebesgeschichte in drei Teilen vorträgt. Ein vereinzeltes „Hach“ und „Wie schön“ aus den Reihen der Zuhörer zeigt ihr, wie die Gemeinde mitfiebert, als es darum geht, dass der Bauernsohn Heinrich sich nach dem Krieg nicht in das Flüchtlingsmädchen Marie Luise verlieben darf. Und erst Recht, als sie sich zum Schluss doch noch über ihre Enkelkinder Maria und Hendrik wiedertreffen, die ebenfalls damit hadern, ob ein Bauernsohn zu einer Tochter eines erfolgreichen Unternehmers passt. „Hektar zu Hektar, Geld zu Geld – das muss ein Ende haben!“, lässt Gesa Steingräber-Broder ihren Protagonisten Heinrich sagen. Es komme alleine auf das Herz an.
Diese Botschaft vermitteln auch die zahlreichen Liebeslieder, die an diesem Nachmittag gemeinsam gesungen werden. Dabei wird „Love me Tender“ von Elvis Presley genauso geschmettert, wie „Dat Du min Leevsten büst“ und „Er gehört zu mir“ von Marianne Rosenberg. „Liebe ist ein Thema für alle Zeiten“, sagt Gesa Steingräber-Broder. Moderne Liebeslieder oder alte Lieder aus dem Mittelalter - es gehe immer um das Gleiche. Begleitet wird der Gesang von Birgit Queißner auf dem Klavier. „Es freut mich sehr, dass die Idee mit offenen Herzen angenommen wurde und alle mitgesungen haben“, sagt sie. Die Kantorin ist begeistert, mit wieviel Herzblut die Gemeindemitglieder mitgeholfen haben, die Veranstaltung zu organisieren.
Wie in einem richtigen Café wurde den Gästen nämlich auch Kaffee und Kuchen angeboten. Passend zum Thema standen unter anderem Mandelherzen, mit Herzen verzierter Käsekuchen und orientalischer Liebeskuchen auf dem Kuchenbuffet. Letzteren hat Kirsten Jahns, die Tochter von Organisatorin Dorothea Jahns, mit Haselnüssen, Mandeln, Pistazien und Rosenwasser gebacken. „Sie backt jedes Jahr eine Torte für ihre ältere Schwester zum Hochzeitstag“, erläutert Kirsten Jahns, warum sich ihre Tochter auf die Suche nach diesem Rezept gemacht hat. Einmal erprobt, gehört sie nun zum festen Repertoire der begeisterten Bäckerin. In den Reigen der zahlreichen gespendeten Torten für das „Café mit Herz“ passte sie perfekt. Dass die Torten gut angekommen sind, wurde auch im prall gefüllten Spendenkörbchen am Ausgang sichtbar. Das Geld, das an diesem Tag zusammen gekommen ist, soll für die Nikolauskirche verwendet werden.
Das „Café mit Herz“ bildete den Auftakt für einen ganzen Reigen an Veranstaltungen im Jahr der Stimme, der am 12. März mit der „Liedertankstelle“ seine Fortsetzung findet. Dann können die Teilnehmer neue Lieder, die beispielsweise von Kirchentagen mitgebracht wurden, kennenlernen. Vorschläge dazu nimmt Kantorin Birgit Queißner noch an.