Burgdorfer gewinnt WM Gold in Südafrika

Die Weltmeister im Brandungsangeln, v.l. Danny Hrubesch, Uwe Heimes, Fabian Frenzel, Sebastian Lucklum, Kay Franz, Marcel Fischer, vorn Björn Weber und Katja Franz. (Foto: Björn Weber)

Deutsche Nationalmannschaft im Brandungsangeln holt nach 24 Jahren wieder Gold

LEHRTE (dno). Wir sind wieder Weltmeister! Die deutsche Nationalmannschaft im Brandungsangeln konnte nach 24 Jahren erstmals wieder die Goldmedaille holen.
Die deutsche Tandem Nationalmannschaft um den Burgdorfer Coach und Angelgerätehändler Björn Weber - bestehend aus drei Teams mit je zwei Anglern und insgesamt zwei Coaches - hat bei den Weltangelspielen überraschend nach 24 Jahren die erste Medaille für die deutschen Meeresangler gewinnen können. Diese fand vom 9. bis 16. Februar 2019 im Südafrikanischen Langebaan, etwa 100 Kilometer nördlich von Kapstadt statt. Mehr als 3000 Angler*innen aus 54 Nationen gingen an den Start. Nach der Fußball-WM 2010 war es die größte Sportveranstaltung in Südafrika.
Die deutschen Brandungsangelspezialisten um den Burgdorfer Trainer Björn Weber, Danny Hrubesch, Uwe Heimes, Sebastian Lucklum, Fabian Frenzel, Marcel Fischer sowie Kay und Katja Franz (Trainerin) trainierten bereits zehn Tage vor dem Wettkampf intensiv an den Stränden, um die unterschiedlichen Fischarten kennenzulernen und die richtigen Wettkampfbedingungen wie Wind und Gezeiten, zu testen. Keiner der Angler des Tandem Kaders hatte zuvor in Südafrika Erfahrungen sammeln können. So musste sich die Mannschaft um Kapitän Danny Hrubesch, Sohn des Ex-Fußballers Horst Hrubesch, an neue CircleHaken gewöhnen. Beim Brandungsangeln in Deutschland werden an den mit Wattwurm oder Seeringelwurm beköderten Montagen überwiegend Plattfische und Dorsche gefangen. Die ersten Fische werden je nach Uferabschnitt bereits auf 20 Meter Entfernung gefangen, oftmals sind aber auch Würfe von mehr als 100 Meter mit der Angel nötig.
Die Zielfische an der Westküste rund um Langebaan waren Rochen und Haie, die man mit Calamar, Sardinen und Äsche lernen musste zu überlisten. „Schon in der Trainingswoche merkten wir, wie unterschiedlich aktiv die Fische sind und wie sehr das Beißverhalten von der Strömung abhängt“, erklärt Björn Weber.
Im Nelson Mandela Conference Center in Johannesburg wurde die WM durch den Südafrikanischen Minister für Sport eröffnet. An insgesamt vier Tagen wurde jeweils in der Mittagssonne vier Stunden lang gefischt – eine große körperliche Herausforderung. So musste das gesamte Angelequipment, durch verschiedene Bleie oftmals schwerer als 20 Kilo, bei mehr als 35 Grad Celsius über einige hundert Meter am Strand entlang an den Angelplatz getragen werden.
Bereits am ersten Wertungstag lag die deutsche Mannschaft auf den ersten Platz und auch am zweiten und dritten Tag lag das Team in Führung, so stand schnell fest, „das Mannschaftsgold kann uns theoretisch nur noch durch eine Disqualifikation aller Angler
genommen werden“, so Björn Weber, „So lag unser Fokus darauf weitere Einzelmedaillen zu holen.“ Am letzten Tag konnte sich das Tandem Lucklum/Frenzel zusätzlich den ersten Platz in der Einzelwertung sichern.
„Was in Deutschland undenkbar ist, ist in anderen Ländern völlig selbstverständlich! Die nicht verwertbaren Fischarten wie Gitarrenhaie wurden unmittelbar nach dem Fang vom Haken gelöst und schonend zurück gesetzt“, erklärt Björn Weber, „Hinter jedem Team standen Stuarts, die die Fische ausgemessen und notiert haben. Übergangsweise kamen die Fische in große Wassertanks um sie schonend zu vermessen.“
„Nun freuen wir uns alle auf ein Wiedersehen bei der nächsten Weltmeisterschaft in Portugal, bei der es das klare Ziel gibt den Titel zu verteidigen“, so die Weltmeister.