Bundesliga-Volleyballer der SF Aligse vor "Kracher"-Heimspiel

Auf dem Plakat zu ihrem Heimspiel am Samstag spielen Libero Sebastian Melzer und Außenangreifer Ingo Frassek spaßhaft auf die "Klingenstadt" Solingen an, aus der ihre punktgleichen Gegner anreisen. (Foto: SF Aligse)
Lehrte: Sporthalle Schlesische Straße |

Am Samstag in Lehrte gegen die punktgleichen Solinger

LEHRTE (r/kl). Am Samstag, 15. November, ab 20.00 Uhr in der Sporthalle Lehrte-Mitte, Schlesische Straße, empfangen die 2. Bundesliga-Volleyballer der SF Aligse nun die TSG Solingen Volleys.
Co-Trainer Stefan Drews nutzte nach dem gewonnenen Auswärtsspiel in Essen (15:8 für die Aligser, die allerdings auch einen Punkt liegen ließen), die Gelegenheit, die Solinger, die erst am Sonntag ihre Partie gegen Tabellenführer Bitterfeld-Wolfen bestritten, live zu beobachten. Solingen gewann klar mit 3:0 und untermauerte damit sein Saisonziel, ganz oben mitmischen zu wollen.
Nachdem die "Klingenstädter" in dieser Saison nun schon zum zweiten Mal gegen einen Tabellenführer siegreich waren - zuvor gelang ihnen dies bereits gegen das VI Frankfurt -, kletterten sie auf den dritten Tabellenplatz.
Gleich dahinter - mit gleicher Zahl an Punkten und Siegen, jedoch schlechteren Satzquotienten - rangieren nun die Gastgeber. Beide Mannschaften müssen punkten, wollen sie sich im oberen Tabellendrittel festsetzen, wobei der Anspruch hierauf sicherlich auf Solinger Seite größer ist.
"Das wird das erste richtige "Kracherspiel" in dieser Saison für uns", sagt Drews, "wenn wir überhaupt einen Punkt zu Hause behalten wollen, müssen wir uns auch gegenüber dem gewonnenen Heimspiel gegen Delbrück noch einmal steigern. Aber wir wollen es trotzdem locker angehen und schauen mal, was geht." Auf jeden Fall freuen sich die Aligser Mannen wieder auf ihr enthusiastisches Heimpublikum, das ganz sicher wieder wie ein Mann hinter seinem Team stehen wird.
Nachdem die Aligser Volleyballer am vergangenen Samstag im Auswärtsspiel gegen den VV Humann Essen nach dem 3:2-Erfolg erstmals als Sieger das Feld verließen (vor zwei Jahren zog man bei den Aufeinandertreffen in der Dritten Liga gegen Essen jedesmal den Kürzeren ) hielt sich die Freude in Grenzen, denn "Nicht zwei Punkte gewonnen, sondern einen verloren", so lautete das Fazit des Abends.
185 Zuschauer sorgten für eine tolle und faire Stimmung in der Sporthalle "Wolfskuhle" in Essen. Die Sportfreunde gingen in jedem Satz in Führung und diktierten eigentlich das ganze Spiel. Nachdem man sich sich einige Punkte Vorsprung herausgespielt hatte, schalte man jedoch unbewusst einen Gang zurück, beschäftigte sich zuviel mit sich selbst, diskutierte zulange untereinander über Fehler und verschlug zudem, so Co-Trainer Stefan Drews "unfassbar viele" Aufschläge. Essen hingegen, das die bisherigen fünf Saisonspiele verloren hatte, wollte gegen Aligse unbedingt was zählbares aus dieser Partie holen, und agierte entsprechend. Insbesondere die Essener Abwehr überzeugte und holte eigentlich "tödliche" Bälle in sensationeller Manier wieder hoch. Allerdings erlaubten sie sich gegen Ende der ersten beiden Sätze einige Fehler, so dass die ersten beiden Sätze mit 27: 25 und 25:22 an Aligse gingen. Jedoch machte sich auch beim Trainergespann ob der hohen Eigenfehlerquote Nervosität breit. Bei den Sportfreunden zündeten ab Satz 3 weder Aufschläge noch Spielerwechsel. Nahezu jeder Spieler auf Aligses Seiten betrat mindestens ein Mal das Spielfeld und musste wieder gehen. Anscheinend hatten nahezu alle einen schwarzen Tag erwischt und blieben zum Teil weit unter ihren Möglichkeiten. Doch auch das Trainergespann machte sich nach dem Spiel Vorwürfe: "Vielleicht sollten wir wieder etwas ruhiger werden.", fasst Trainer Thiele den Spielverlauf kurz zusammen. "Das Training werde ich jetzt etwas anpassen und Veränderungen vornehmen müssen." Co-Trainer Stefan Drews ergänzt: "Auch taktisch haben wir heute nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen." Nachdem dann folgerichtig die Sätze drei (23:25) und vier (25:27) verloren gingen, konnten die Sportfreunde vor dem entscheidenden Tie-Break Satz dann jedoch den berühmten Schalter umlegen: Plötzlich waren alle Spieler wieder konzentriert, aufs Spielgeschehen fokussiert und zeigten wieder den besonderen Aligser "Team-Spirit". Beim Stand von 8:3 für Aligse wurden die Seiten gewechselt. Diesen Vorsprung ließ sich die Sportfreunde nun nicht mehr nehmen, bauten ihm bis zum 15:8 Endstand dann sogar noch aus. Hier zeigte das "gallische Dorf", auf welchem Niveau sich die Mannschaft bewegen kann und feierte den Sieg trotz des durchwachsenen Spielverlaufs mit den 20 mitgereisten Fans, an die der Dank geht, dass sie zu einer phantastischen Atmosphäre in der Halle beigetragen haben. MVP wurde erstmals auf Aligses Seiten Mittelblocker Patrick Stellfeld, der immer wieder über die Mitte punkten konnte.