Bürokratie für Pflegepersonal muss deutlich abnehmen

Drängende Probleme in der Pflege, wie zu wenig Motivation für Nachwuchskräfte und zuviel Bürokratie bei der Dokumentation der erbrachten Leistungen, rief Johannes Reese (Mitte), Heimleiter des Evangelischen Alters- und Pflegeheimes, den diskutierenden PolitikerInnen und Experten (im Hintergrund) in Erinnerung. (Foto: Ev. Alters-u. Pflegeheim/Gallowski)

Podiumsdiskussion im Altersheim zeigt Probleme in der Pflege auf

LEHRTE (r/kl). „Wie sieht die Pflege der Zukunft aus?“. Dieser und weiteren Fragen stellten sich die Teilnehmer einer prominent besetzten Podiumsdiskussion im Rosemarie-Nieschlag-Haus des Evangelischen Alters- und Pflegeheims Lehrte.
Im Vorfeld der Diskussion hatten sich fünf für alle Interessierten offene Arbeitsgruppen zum Beispiel mit der Entbürokratisierung, mit dem Fachkräftemangel und Mindestlohn, mit der Pflegesatzgestaltung in der stationären Pflege, mit dem Sinn der Einteilung in Stufen nach dem Pflegebedarf und der Frage, was wir befürchten müssen, wenn wir selbst einmal Pflege benötigen, beschäftigt.
Die Leitung der einzelnen Arbeitsgruppen lag in den Händen von Fachleuten aus der Diakonie, der AWO, des DRK und aus dem Kommunalwesen. So wurde deutlich, dass es sich um verbandsübergreifende Probleme handelt.
Aus diesen Arbeitsgruppen heraus wurden dann durch den Gesprächsleiter, Superintendent im Kirchenkreis Burgdorf Dr. Ralph Charbonnier, die Fragen an die Teilnehmer Jürgen Kirchberg (Landessozialministerium), die Landtagsabgeordneten Dr. Hans-Joachim Denecke-Jöhrens (CDU) und Dr. Silke Lesemann (SPD), die stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde (Bündnis '90/Die Grünen), Roland Riese (sozialpolitischer Sprecher der Landes-FDP), und Frank Pipenbrink (Referent für Altenhilfe im Diakonischen Werk) gestellt.
Die unterschiedlichen Ansichten der politischen Vertreter wurden deutlich und man merkte schon, dass man sich in Zeiten eines Wahlkampfes befindet. Sichtbare Einigkeit bestand lediglich darin, dass bei der Dokumentation der jeweils erbrachten Pflegeleistungen dem Personal die Bürokratie erleichtert werden muss, weil sie mittlerweile zuviel Zeit „frisst“.
Als Appell wurde allen Vertretern am Ende mit auf den Weg gegeben, dass man sich an einen Tisch setzen sollte und gemeinsam nach vernünftigen Lösungen für die vielen offenen Fragen für die Pflege in der Zukunft suchen muss, zum Wohle der immer größer werdenden Zahl an pflegebedürftigen Menschen.