Bürgermeisterkandidaten haben Altersentwicklung längst im Blick

In den Ausstellungsräumen der Hauptgeschäftsstelle der Volksbank Lehrte kam es schon bei der Eröffnung der „Ideenbörse Demografischer Wandel“ zu interessanten Gesprächen zwischen engagierten LehrterInnen und IdeengeberInnen aus anderen Kommunen in der Region – mittendrin in diesen Diskussionen zeigten auch die Lehrter Bürgermeisterkandidaten, dass ihnen diese Herausforderung für die Zukunft wichtig ist. (Foto: Sabrina Dickhaeuser)

Reges Politikerinteresse an „Ideenbörse Demografischer Wandel“

LEHRTE (dik). Noch bis zum 20. April zeigt die Ausstellung „Ideenbörse Demografischer Wandel“ in der Hauptgeschäftsstelle der Volksbank eG in Lehrte am August-Bödecker-Platz 1 zu deren Öffnungszeiten regionale Beispiele für beispielhafte Projekte in Hinsicht auf die langfristige Altersentwicklung. Reges Interesse daran bewiesen schon bei der Ausstellungseröffnung auch die drei Lehrter Bürgermeisterkandidaten, nicht nur für die gezeigten Lehrter Initiativen.
Für Klaus Sidortschuk (SPD) spielt die Alterspyramide im demografischen Wandel eine wichtige Rolle. „Das Entscheidende spielt sich oben ab“, so Sidortschuk zur Tatsache, dass der Anteil der über 80-Jährigen in allen Bereichen steigen wird. Seniorengerechtes Bauen sei deshalb ein wichtiger Punkt. „Wo werden die vielen älteren Menschen wohnen, wie müssen die Straßen aussehen, wird es in Lehrte genug Fachkräfte geben?“, seien Fragen auf die man nun eine Antwort finden müsse.
„Im Wettbewerb um mobile Menschen hat Lehrte einen Standortvorteil“, erklärte der SPD-Bürgermeisterkandidat, „die Stadt bietet mit ihrer guten Erreichbarkeit und ihren Kindergärten und Schulen, gute Lebensbedingungen. „Die Grundschulen müssten jedoch in den Ortsteilen erhalten bleiben, damit diese weiterhin für Familien als Lebensraum attraktiv sind,“ so Sidortschuk, der zum Problem der alternden Bevölkerung befindet: „Bange machen gilt nicht.“
Björn Rust, CDU-Bürgermeisterkandidat sagt: „Wir dürfen keine Zeit verlieren. Im knallharten Wettbewerb mit anderen Kommunen muss Lehrte attraktiver werden. Hierzu zählen ausreichende Krippenplätze und Schulen. Es gibt viele neue BewerberInnen die in Lehrte leben möchten, daher müssen wir Baulücken schließen.
Da fehlt zur Zeit Einiges. Ich werde oft angesprochen , Ich suche Bauland. Wo gibt’s was?' Wir müssen außerdem den ,Dorfkern' zusammen halten und neue Anreize schaffen. Lehrte ist gut aufgestellt und birgt viel Potenzial,“ so Rust, der außerdem befürwortet, dass ältere Menschen, so lange es ihnen möglich ist, in ihren Wohnungen und Häusern leben können. Pflegedienste und betreutes Wohnen, wie es in Lehrte bereits praktiziert wird, seien dafür notwendig.
Ronald Schütz, Bürgermeisterkanditat von Bündnis 90/Die Grünen sagt: „Die Nähe zu Hannover ist für Lehrte ein Vorteil, aber zugleich auch ein Fluch, denn mit der guten Bindung an Hannover fällt auch die Kaufkraft in Lehrte weg. Es lohnt sich aber für Familien in Lehrte einzukaufen. Die Infrastruktur und die Angebote müssten zeigen: ,Ihr könnt hierbleiben'.“
Dies sei vor allem dann gegeben, wenn es auch Geschäfte gibt, die Angebote für den kleineren Geldbeutel bereit hielten. Weitere wichtige Faktoren, um Lehrte zu einem begehrten Wohnort zu machen seien ausreichend Arbeits- und Ausbildungsplätze.
Interesse weckte beim Bürgermeisterkandidaten der Grünen ein Projekt aus Gehrden „Tagespflege für SeniorInnen“: „Das entlastet auch die Familien und ist zugleich eine tolle Möglichkeit für die älteren Menschen, um sich geistig und körperlich Fit zu halten.“ Jetzt müssten, so Schütz, bei der Verteilung der finanziellen Mittel Schwerpunkte gesetzt werden. Hierzu zähle die Frage, wie die Gelder sinnvoll in den demografischen Wandel umgeleitet werden könnten.
BILDUNTERSCHRIFT:
In den Ausstellungsräumen der Hauptgeschäftsstelle der Volksbank Lehrte kam es schon bei der Eröffnung der „Ideenbörse Demografischer Wandel“ zu interessanten Gesprächen zwischen engagierten LehrterInnen und IdeengeberInnen aus anderen Kommunen in der Region – mittendrin in diesen Diskussionen zeigten auch die Lehrter Bürgermeisterkandidaten, dass ihnen diese Herausforderung für dieZukunft wichtig ist. Foto: Sabrina Dickhaeuser