Bürgermeisterin auf der Predigtkanzel von Matthäus Lehrte

Erstmals eine Rede von der Kirchenkanzel und eine anschließende Diskussion mit den BesucherInnen in der Matthäuskirche stehen am Sonntag bei Bürgermeisterin Jutta Voß auf der Agenda. (Foto: Archiv/Walter Klinger)

Auftakt einer neuen Gottesdienstform: „Kanzelreden“

LEHRTE (r/kl). Eine neue Gottesdienstform beginnt: die „Kanzelreden“ in der Matthäuskirche. Am Sonntag, 10. April, ab 18.00 Uhr, ist Auftakt: die Bürgermeisterin der Stadt Lehrte Jutta Voß hält in der Matthäuskirche Lehrte (am Markt) eine Kanzelrede zu dem Thema: „Suchet der Stadt Bestes…“
Danach stellt sie sich in einem Interview Fragen der Gemeinde. Liturgisch geleitet wird dieser Gottesdienst von Pastorin Beate Gärtner.
Jutta Voß ist, wie sie selbst sagt: „59 Jahre jung“ und wurde in Hannover geboren. Sie ist verheiratet und lebt seit 39 Jahren im Lehrter Ortsteil Sievershausen.
Über ihre Verwaltungsausbildung war sie frühzeitig im sozialen Bereich der Stadt Hannover tätig. Seit 16 Jahren arbeitet sie bei der Stadt Lehrte, zunächst als Sozialdezernentin und daran anschließend jetzt bereits im zehnten Jahr als Bürgermeisterin der Stadt. Bei der Kommunalwahl im September tritt die Bürgermeisterin nicht wieder an, will künftig dem Privatleben den Vorrang geben.
Jutta Voß wurde evangelisch-lutherisch getauft und erlebte in der Lutherkirche Hannover eine interessante und intensive Jugendarbeit. Persönliche Enttäuschungen als junge Frau mit der Kirche führten dazu, dass sie aus ihr austrat.
Dennoch sagt sie von sich selbst, dass sie „nach wie vor glaube“ und dass sie auch weiterhin für viele der christlichen Werte einstehen könne. Als Bürgermeisterin weiß sie um die Bedeutung christlicher Orientierung.
Den ihrer Kanzelrede zugrunde liegenden biblischen Satz: „Suchet der Stadt Bestes“ aus dem alttestamentlichen Buch des Propheten Jeremia (Jer. 29,7) empfindet sie für sich als Kommunalpolitikerin als deutliche Aufforderung und große Herausforderung.
In der neuen Gottesdienstreihe werden Lehrter Prominente eingeladen und halten zu aktuellen und biblischen Themen eine „Kanzelrede“. Dann stellen sie sich in einem Interview Fragen aus der Gemeinde.
Und was hat das mit Gottesdienst zu tun? Alles! Denn die Rede und das Interview sind in einen gottesdienstlichen Rahmen eingebunden. Nicht so streng wie bei einem Sonntagsmorgengottesdienst, aber selbstverständlich mit Gebet, und biblischer Lesung, Gemeindegesang und Vaterunser, und liturgisch begleitet von einem Geistlichen.
Drei weitere „Kanzelreden“ in der Matthäuskirche Lehrte, Am Markt, sind am 5. Juni, 4. September und 18. Dezember 2011 geplant.