Brandstiftung am Jugendhaus Lehrte-Nord

Der schnelle Feuerwehreinsatz konnte ein Übergreifen auf Wände und Dach des Jugendhauses verhindern. (Foto: Walter Klinger)

Abfallcontainer an Wand gerollt und angezündet

LEHRTE (kl). Fast wie in einem geographischen Viereck bewegen sich die Vandalismusschäden, die durch Unbekannte seit Wochen in Stadien, Sportheimen, Schulen und Kindertagesstätten in Lehrte angerichtet werden. Nach erheblichen Schäden bereits in Aligse, Steinwedel und Immensen war am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr das Jugendhaus Lehrte-Nord am Aligser Weg (Kernstadt, an der Bahnunterführung Burgdorfer Straße) das jüngste Opfer – dieses Mal durch eine Brandstiftung.
Der oder die Täter hatten einen Abfallcontainer hinter das am Wochenende geschlossene Jugendhaus gezerrt und an der Rückwand in Brand gesetzt. Der Container schmolz und das Feuer nebst Hitzeentwicklung zog die Fußbodenplatte und ein Außenfenster in Mitleidenschaft.
Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte das Übergreifen des Feuers auf Innenwände verhindert werden. Aus der Dachdecke drang zwar bereits Rauch, die darunter liegende Dachfolie war aber nicht in Brand geraten, wie die Überprüfung mit einer Wärmebildkamera ergab.
Den angerichteten Schaden schätzt die Lehrter Stadtverwaltung auf 8.000 bis 9.000 Euro, das Jugendhaus muss aber nicht geschlossen bleiben, da im Inneren keine Verrauchung erfolgte. Die Stadt hat Strafanzeige erstattet, die Polizei Ermittlungen aufgenommen.
Bereits im vergangenen Jahr ware in dem Jugendhaus Fensterscheiben eingeschlagen worden. Die MitarbeiterInnen hatten deshalb auf Plakatschildern bereits alle BesucherInnen um erhöhte Aufmerksamkeit und Hinweise gebeten.
Mit dem jüngsten Vorfall übersteigen die in diesem Jahr bereits in und an öffentlichen Gebäuden im Lehrter Stadtgebiet angerichteten Schäden die Sanierungssumme von 50.000 Euro. Es kann bislang nur gerätselt werden, ob es sich um einzelne Serien- oder auch Nachahmungstäter handelt. Einziger Schutz scheint erhöhte Aufmerksamkeit bei Mitarbeitern, Vereinsaktiven und Passanten zu bieten. Auch hat die Polizei ihre Präsenz erhöht. Die Zeche zahlt – ob Vereinsmitglied, Versicherungsnehmer oder Steuerzahler – in jedem Fall der Bürger selbst. Meldungen verdächtiger Beobachtungen über die Notrufnummer 110 sind deshalb schlicht auch Selbstschutz.