Bonpapier lässt sich vermeiden

Das Team hinter epap: Jannis Dust, Fabian Gruß, Sebastian Berger und Gerd Trang. (Foto: epap)

Lehrter Unternehmer will weiterhin aufklären

Altkreis (gg). Seit der bundesweiten Einführung des „Kassengesetzes für mehr Steuergerechtigkeit“, kurz Bon-Pflicht, vor einem Jahr sind Verkäufer verpflichtet, für jede Transaktion einen Beleg, kurz Bon, zu erstellen und dem Kunden anzubieten. Diese Auflage sorgt nicht nur für kontrollierbare Steuerinformationen, sondern vor allem für Tausende Kilometer Bonpapier. Denn auch, wenn Kunden ihren Kassenbeleg nicht wünschen, muss er gedruckt werden.
Auf das ökologische Desaster weist der gebürtige Lehrter Sebastian Berger hin. Er ist Mitgründer von epap, einer digitalen Alternative zum gedruckten Bon.
Die Dimensionen sind beträchtlich. Ein Großteil der gedruckten Belege landet unmittelbar nach dem Druck im Müll. Bei einer durchschnittlichen Bonlänge von 20 Zentimetern und 20 Milliarden Einkäufen pro Jahr, bedrucken wir jährlich vier Millionen Kilometer Bonpapier beziehungsweise 13.423 Bäume. Um digitale Belege an einem Ort zu vereinen und Kunden einen Mehrwert für ihre persönlichen Finanzen zu bieten, integriert epap Belege von über 5.000 Verkaufsstellen in der gleichnamigen App, die Bonpapier spart, Datenschutz gewährleistet und einfach zu bedienen ist.
Sebastian Berger hat den nächsten Schritt für epap im Blick. Eine Banking-Funktion, mit der digitale Belege an das persönliche Bankkonto gekoppelt werden können, soll integriert werden. Gerne hört er sich immer wieder in seiner Heimatstadt Lehrte um, wie sich die Akzeptanz entwickelt. Die Vorteile von epap sollen die mögliche Innovationsskepsis überwinden.
Zum Hintergrund: epap wurde im Februar 2020 von Fabian Gruß, Jannis Dust, Gerd Trang und Sebastian Berger mit der Mission, herkömmliche Kassenbons durch digitale zu ersetzen, in Hannover gegründet. Seit dem Launch der zugehörigen App im Herbst 2019 steigt die Zahl der User, kooperierenden Kassensystemen und Händler sowie erstellten epaps stetig an. Aktuell liegen die Benchmarks bei nahezu 200.000 digitalen und gescannten Belegen, rund 5.000 angeschlossenen Kassensystemen sowie bald 26.000 Usern.