Björn Rust hat als Bürgermeisterkandidat bei der CDU Lehrte knapp die Nase vorn

Fünf Stimmen mehr brachten Björn Rust zur Dankesrede ans Pult – Mitbewerber Jürgen Kelich (re.) reagierte mit Fassung auf die knappe Wahlschlappe. (Foto: Walter Klinger)

Mehr als die Hälfte der Lehrter CDU-Mitglieder kamen zur Nominierung

LEHRTE. Wie bereits beim CDU-Ball, bei dem sich die beiden erklärten Bewerber dieser Partei um die Kandidatur für das Bürgermeisteramt erstmals offiziell gegenüber standen, zeugte auch das tatsächliche innerparteiliche Wahlduell am Freitagabend im voll besetzten Saal der Alten Schlosserei von einem hohen Mobilisierungsgrad bei den Lehrter Christdemokraten. Versammlungsleiter Bernward Schlossarek konnte zur Kandidatennominierung 173 Mitglieder und damit mehr als die Hälfte der insgesamt 330 auf Stadtebene eingeschriebenen Christdemokraten begrüßen.
Stilvoll und perfekt, wie CDU-Stadtverbandsvorsitzender Jürgen Kelich (und sein Heimat-Ortsverband Ahlten) ihre Veranstaltungen bekanntlich organisieren, standen auch dieses Mal Wahlurnen und Stimmzähler sowie Gastronomie für den doch einige Zeit verschlingenden Wahlgang bereit. Beide Kandidaten stellten sich selbst in jeweils nur 15 Minuten „kompakt“ vor.
Gastgeber Kelich schwor in einer teilweise fast schon staatsmännisch anmutenden Rede die CDU auf die Rückeroberung des Lehrter Rathauses nach 32 Jahren Opposition ein. Der 57-jährige Ortsbürgermeister von Ahlten erinnerte an seine dortige erfolgreiche Bilanz und benannte als wichtiges Ziel die Steigerung der Attraktivität Lehrtes für junge Familien – ohne dabei die Generationengerechtigkeit für die Älteren zu vernachlässigen. Beruflich als Polizeihauptkommissar im Landeskriminalamt tätig, und für Sicherheit und Ordnung zum Beispiel auch schon bei der Gründung des Präventionsrates der Stadt aktiv, werde er mit seiner langjährigen Erfahrung Entscheidungsprozesse in der Verwaltung zu moderieren wissen.
Gleiches traut sich auch der 38-jährige Björn Rust aus seiner Erfahrung als Gas- und Wassermeister der Stadt und stellvertretender Fraktionschef der CDU im Stadtrat zu. Im Falle der möglichen Rückeroberung des Lehrter Rathauses erklärte Rust seine Bereitschaft noch für mindestens eine weitere Amtszeit, damit ein Wahlerfolg nicht gleich wieder umsonst sei. Ihm gehe es auch darum, durch Überzeugung etwa die qualifizierten Fachbeamten in der Verwaltung wieder dazu zu bringen, selbst die Planungen zu erstellen und weniger als bisher externe Büros zu beauftragen. Auch müssten die Ausschreibungskriterien für Aufträge der Stadt transparenter werden, damit sich Lehrter Handwerksunternehmen leichter daran beteiligen könnten.
Der Beifall im Saal war für beide gleich stark, in etwa hatten wohl auch beide die gleiche Zahl von Anhänger mobilisiert. Dennoch erzielte Rust fünf Stimmen mehr als Kelich – und ist nun der Bürgermeisterkandidat der Lehrter CDU.
Der knapp unterlegene Kelich gratulierte, zeigte sich nur etwas geknickt und ob der starken Beteiligung der Mitglieder dann gleich doch noch stolz: die erreichte Geschlossenheit der CDU Lehrte gelte es jetzt bis zum (an diesem Abend noch 177 Tage entfernten) Wahltag weiter zu tragen.