Bereitschaft zum Impfen ist da

Bewohnerin Ruth Borter war die Erste, die sich mit dem neuen Impfstoff impfen ließ. Mit dabei: Maren Reisener, Leiterin der AWO Residenz Sehnde (hinten links), und Jessica Lai (hinten rechts), Leiterin des Wohnbereichs 1. (Foto: AWO Region)

In der AWO Residenz hat Kampagne begonnen

Sehnde (r/gg). Impfstart war am Freitag voriger Woche in der AWO Residenz Sehnde der AWO Jugend- und Sozialdienste gGmbH. 75 Bewohner sowie Mitarbeiter sind mit dem neuen Impfstoff gegen Corona geimpft worden. „Ich bin richtig froh, dass es los geht - das wird zu einer Entspannung in unseren Pflegeheimen führen“, sagt Dirk von der Osten, Geschäftsführer der AWO Jugend- und Sozialdienste, die neben Sehnde noch zwei Pflegeheime in Gehrden und Langenhagen betreibt. Mit Blick auf den Corona-Ausbruch im Altenpflegeheim "Haus am Backhausring" sagte Dirk von der Osten: „Die Strategie, die Pflegeheime bei der Immunisierung zu priorisieren, ist richtig. Die Impfung kann nicht früh genug passieren.“
Geipmpft wurde vom Team der "Hilfsorganisation Johanniter" im Auftrag des Impfzentrums der Region Hannover und der Landeshauptstadt Hannover. Mit dabei war ein Arzt, der Fragen zur Impfung beantwortete.
Neben den Bewohnern des Pflegeheims werden auch die Mitarbeiter mit dem neuen Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft. Dabei beruht die Impfung auf Freiwilligkeit - von den 116 Bewohnern haben sich 111 für eine Immunisierung bereit erklärt. „Das sind fast Hundert Prozent. Mit der Impfbereitschaft bin ich hoch zufrieden“, sagt Maren Reisener, Leiterin der AWO Residenz. Mit der Resonanz sei man auch deshalb sehr zufrieden, da der Impfstart spontan anberaumt und die logistische Umsetzung aufwändig gewesen sei. „Wir konnten die Bewohner nicht einfach per Flugblatt benachrichtigen. Viele haben Gesprächsbedarf. Außerdem hat ein Teil unserer Bewohner einen gesetzlichen Vormund, den wir vorher fragen müssen“, erklärt Maren Reisener und betont: „Die Risiken und Nebenwirkungen der Pandemie sind viel schlimmer als die Risiken und Nebenwirkungen der Impfung.“ Von den 110 Mitarbeitern hätten sich zwei Drittel für die Impfung entschieden. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis und das freut mich sehr, wenn man gerade die aktuelle bundesweite Diskussion über eine niedrigere Impfbereitschaft sieht“, betont Dirk von der Osten.
Für die Mitarbeiter der AWO Residenz sei die Corona-Pandemie eine zusätzliche große Belastung, vor allem psychisch. „Alle Mitarbeiter haben natürlich seit Monaten Angst, das Virus in die Einrichtung zu tragen, was schlimme Folgen haben könnte“, sagt Dirk von der Osten. Je mehr Mitarbeiter und Bewohner geimpft sind, desto mehr entspanne sich künftig die Lage. Bis die Immunität einsetzt, dauere es natürlich noch. Zunächst ist eine zweite Impfung in 21 Tagen notwendig, dann dauert es noch fünf bis sieben Tage bis das Vakzin seine volle Wirkung entfaltet. „Wir müssen und werden natürlich alle Abstands- und Hygienereglungen fortführen“, betont Maren Reisener.
Der Virus-Druck bedeute einen hohen Arbeitsaufwand und zusätzliche Belastung. Jeder Mitarbeiter der Einrichtung wird zwei Mal pro Woche auf Corona getestet, auch die vielen externen Therapeuten, die regelmäßig im Pflegeheim arbeiten, müssen beim Betreten der Einrichtung getestet werde. „Dafür müssen wir einen Mitarbeiter beschäftigen - das bindet Arbeitskraft in einem Bereich, in dem ohnehin Fachkräftemangel herrscht“, so Dirk von der Osten. Die neuen Impfstoffe bezeichnete er als große Chance, die Pandemie zu bekämpfen und die Ansteckungsgefahr in den Pflegeheimen zu minimieren. Dirk von der Osten meint: „Die Immunisierung ist jetzt eine gemeinschaftliche soziale Aufgabe.“