Benefizkonzert zur Digitalisierung des „Anderen Kinos“ Lehrte

Wann? 28.05.2011 19:00 Uhr

Wo? Anderes Kino, Sedanplatz 29, 31275 Lehrte DEauf Karte anzeigen
Der Hauptgig des Benefinzkonzertes für die Digitalisierung des „Anderen Kinos“ am Samstag mit drei Bands sind „Big Tune“ (Robust Rap) aus Hannover. (Foto: Bandfoto)
Lehrte: Anderes Kino |

In vier Jahren müssen bis zu 100.000 Euro zusammenkommen

LEHRTE (r/kl). In spätestens vier Jahren, nach dann genau 40 Jahren Kulturarbeit in Lehrte, könnte Schluss sein mit dem „Anderen Kino“ am Sedanplatz – wenn bis dahin nicht der Sprung in die von den Filmverleihern künftig verlangte digitale Wiedergabetechnik geschafft ist. Um die erforderlichen 30.000 bis 10.000 Euro aufzubringen, gründet das „Andere Kino“, seit 36 Jahren ohne Mitgliedsbeitrag, eine Vereinsabteilung „Fördernde Mitglieder (AFM)". Auftakt dafür ist ein Benefizkonzert „zur Digitalisierung“ am Samstag, 28. Mai, ab 19.00 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr) mit drei Bands aus der Region.
Auf der Bühne stehen am Samstag „Big Tune“ aus Hannover (Robust Rap), „Donkey Bridge“ aus Lehrte (Folk Rock/Pop) und „Bionic Instinct“ aus Sehnde (Crossover). Der Eintritt kostet acht Euro im Vorverkauf und zwölf Euro an der Abendkasse.
Der Verein für offene Jugendarbeit, Träger des „Anderen Kinos“ wurde 1974 gegründet, ohne seitdem jemals Mitgliedsbeiträge zu erheben. Seit 36 Jahren leistet er Verein einen nicht unerheblich Teil zur kulturellen Vielfalt in Lehrte. Die Gründung einer Abteilung für fördernde Mitglieder (AFM) ist jetzt nicht etwa notwendig, um das Alltagsgeschäft zu ermöglichen. Doch es stehen Veränderungen an, die vermutlich nicht durch die Einnahmen aus dem derzeitigen Programm- und Cafébetrieb gedeckt werden können.
„Die Filmindustrie bzw. die Verleiher der Filme haben beschlossen, das gute alte Zelluloid im Format 35 mm auf den Haufen der Geschichte zu werfen und werden in unabsehbarer Zeit, sicher aber in weniger als vier Jahren, Kinofilme nur noch digital zur Verfügung stellen. Hierfür ist eine Umrüstung der Vorführtechnik in unserem Kino unabdingbar.
Der finanzielle Aufwand lässt sich für uns heute noch nicht genau einschätzen. Dies hängt davon ab, welcher technische Standard von den Verleihern bei der Umstellung tatsächlich vorausgesetzt wird.
Zur Zeit würde uns eine Umrüstung auf einen von den Großen Verleihen (Warner,
Fox, Universal, Disney, Paramount) vorausgesetzten Standard bis zu 100.000 Euro kosten. Ein zur Zeit von den übrigen Verleihern unterstütztes anderes System würde uns bis zu 30.000 Euro kosten.
Die Möglichkeit einer öffentlichen Fremdförderung wurde durch Kinomitarbeiter eingehend geprüft, scheitert jedoch an den Voraussetzungen der entsprechenden
Stellen, zum Beispiel an der Anzahl der verkauften Kinokarten pro Jahr. Da selbst
durch eine Preiserhöhung im ,Anderen Kino' vermutlich nur schwerlich eine solche Summe zusätzlich erwirtschaftet werden könnte, sind andere Ideen notwendig,“ informiert Mario Knoche vom ehrenamtlichen Mitarbeiterkreis des „Anderen Kinos“.
Die AFM wird Mitgliedsbeiträge in einer Mindesthöhe von zwei Euro pro Monat erheben. Der Betrag darf selbstverständlich individuell erhöht werden. Zum Jahresende eines Jahres werden durch die AFM Quittungen ausgestellt, welche steuerlich geltend gemacht werden können.
Alle Einnahmen der AFM werden zweckgebunden für die Digitalisierung des ,Anderen Kinos' auf einem getrennten Konto gespart, bis eine ausreichende Summe zusammengekommen ist. Als grober Zeitplan hierfür sind höchstens vier Jahre angepeilt. Solange wird es vermutlich auch noch 35 mm-Filmkopien geben.
Neben der Gründung der AFM zur Finanzierung der Digitalisierung sind verschiedene andere Aktionen geplant. Den Auftakt dieses Mammutprojekts bildet das Benefiz-Konzert am Samstag.