Beitritt zum Netzwerk „Zuhause sicher“ soll Wohnungseigentümer sensibilisieren

Vom Netzwerk "Zuhause sicher“ überzeugt (von links): Jürgen Graver, Jürgen Witzmann, Klaus Sidortschuk, Carolin Hackemack, Renate Folberth-Seibel, Ulrich Bode und Michael Nickel. (Foto: Horst-Dieter Brand)
 
Lehrtes früherer Kontaktbeamte Michael Nickel präsentiert die Präventionsplakette, die nach mit der Polizei abgestimmtem Einbruch- und Brandschutz verliehen wird. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Kommunale Koalition mit Polizei und Fachbetrieben strebt mehr Einbruchschutz an

LEHRTE (hdb). Wohnungseinbrüche lösen bei den Opfern meistens starke materielle Schäden und psychische Befindlichkeiten aus. Per Ratsbeschluss ist die Stadt Lehrte jetzt dem Netzwerk „Zuhause sicher“ beigetreten, um in konzertierter Aktion mit der Polizei und speziellen Handwerksbetrieben für mehr Schutz vor Einbrüchen und Wohnungsbränden zu erreichen.
In seiner September-Sitzung hatte der Stadtrat einstimmig den Beitritt zu dem gemeinnützigen Verein mit Sitz in Nordrhein-Westfalen beschlossen. Im Sitzungssaal des Rates stellte Bürgermeister Klaus Sidortschuk jetzt das auf Nachhaltigkeit angelegte Projekt an der Seite hochrangiger Vertreter der hannoverschen Polizeidirektion, der Burgdorfer und Lehrter Kommissariatsleiter, des Vereins sowie des Lehrter Präventionsrates vor.
„Unsere Motivation, bei dem Netzwerk mitzuarbeiten, ist es dafür zu sorgen, dass es den Menschen in unserer Stadt gut geht und sie sich zuhause sicher fühlen“, fasste Sidortschuk die Entscheidungsgrundlage für den ohne finanzielle Verpflichtungen verbundenen Vereinsbeitritt zusammen.
Koordiniert wird die Sicherheitspartnerschaft von der Polizeidirektion Hannover, die bereits vor vier Jahren dem gemeinnützigen Netzwerk beigetreten war. In der Landeshauptstadt stehen für jeweils individuell zugeschnittene Sicherheitskonzepte vier sogenannte technische Berater zur Verfügung. „Die Warteliste von Hausbesitzern und Mietern ist lang“, berichtete Michael Nickel, der ehemalige Lehrter Kontaktbeamte, der sich jetzt schwerpunktmäßig um die kostenlosen Beratungen kümmert.
Priorität, ergänzte Nickel, hätten dabei schon geschädigte Einbruchsopfer. Nach einem vereinbarten Termin dauere eine Beratung vor Ort etwa zwei Stunden, schilderte Nickel die Praxis der Beratungen, von denen im vergangenen Jahr in Hannover und der gesamten Region 1.600 erfolgten. Wenn dann alle Ratschläge der Polizei - beispielsweise zur Sicherung von Fenstern und Türen und zur Installation von Brandmeldern – durch geschulte Fachbetriebe umgesetzt worden seien, verteilen die Kontrollbeamten abschließend eine Präventionsplakette.
Das blaue Metallschild kann an der Hausfassade angebracht werden. Davon verspricht sich die Polizei eine abschreckende Wirkung. Allerdings verfügen nach Polizeiangaben erst 390 Hausbesitzer über eine derartige Plakette. Immerhin aber hat die verbesserte Sicherheitstechnik Erfolge zu verzeichnen.
Laut Ulrich Bode vom Lehrter Kommissariat weist die Statistik einen steigenden Anteil von Einbruchsversuchen auf, deren Scheitern auf eben jene „verbesserte Sicherungstechnik“ schließen lasse. Jürgen Graver, Leiter der Burgdorfer Polizeiinspektion, warnte vor möglicherweise abschreckenden Zahlen zu den Kosten von besserem Einbruchschutz. „Es gibt keinen durchschnittlichen Hausbesitzer“, sagte Graver und wollte deshalb auch lieber keine konkreten Zahlenspiele in die Öffentlichkeit transportieren.
Für den Lehrter Präventionsrat lobte Jürgen Witzmann die Netzwerk-Initiative, die Carolin Hackemack als Vertreterin des 2005 gegründeten Vereins vorgestellt hatte. Infomaterial dazu ist nach Angaben von Klaus Sidortschuk ab sofort im Bürgerbüro erhältlich.