Bauern erwarten deutliches Signal

Niklas Behrens (von links), Christian Fricke, Martin Schwierzke, Andi Meyer und Philipp Hattendorf organisieren den Junglandwirtetag in Burgdorf und erwarten dazu Bauern aus ganz Niedersachsen. (Foto: Wiebke Molsen)
 
Im Interview mit Kamera gab es Gelegenheit, die Betriebsführung zu erklären.  (Foto: Wiebke Molsen)

Julia Klöckner spricht beim Junglandwirtetag am 18. Februar

IMMENSEN (wim). Die Stimmung unter den Bauern ist schlecht. „Wir sind verunsichert, weil wir nicht wissen, wie es weitergeht“, sagt Niklas Behrens, Vorsitzender der Junglandwirte in Niedersachsen. Das von der Bundesregierung geplante Agrarpaket und die Novellierung der Düngeverordnung hat die Landwirte in den vergangenen Monaten immer wieder auf die Straße gebracht. Niklas Behrens freut sich deshalb sehr, dass Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zum Junglandwirtetag am 18. Februar um 9.30 Uhr nach Burgdorf kommt. „Dort erwarten wir ein deutliches Signal, in welche Richtung die Landwirtschaft weiterentwickelt werden kann“, sagt der Landwirt aus Wildeshausen bei einer Pressekonferenz auf dem Hof Hattendorf in Immensen. Die Junglandwirte stünden in den Startlöchern, nur die Laufrichtung sei noch offen. „Wir haben viele Ideen, unsere Betriebe neu auszurichten, es fehlen aber aufeinander abgestimmte Ziele und Vorgaben“, bemängelt Niklas Behrens. Im Anschluss an Julia Klöckner wird deshalb Professor Alfons Bahlmann vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien aus Halle über die gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft sprechen, bevor mit Louisa Backhaus eine Junglandwirtin aus der Wedemark zu Wort kommt. Anschließend werden Alfons Bahlmann und Louisa Backhaus mit Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) über zukunftsorientierte politische Rahmenbedingungen diskutieren.
„Landwirtschaft kann einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, sagt Niklas Behrens. Durch das Gerangel auf politischer Ebene sei es in der Vergangenheit jedoch vermehrt zu Zielkonflikten gekommen. Beispielsweise werde durch eine verringerte Düngung der Humus im Boden abgebaut und damit CO2 freigesetzt. „Beim Bau tiergerechter Ställe steht oft das Bau- und Immissionsschutzgesetz im Weg“, nennt Philipp Hattendorf eine zweite Hürde für innovationsfreudige Landwirte. Er ist froh, dass seine Vorfahren den elterlichen Hof mit Milchkühen, Legehennen, Ackerbau und Direktvermarktung entgegen dem landläufigen Ruf nach Spezialisierung auf mehrere Standbeine gestellt haben. „Wir eignen uns in unserer mehrjährigen Ausbildung großes Wissen an“, sagt Philipp Hattendorf. Und dieses Wissen wollen die Junglandwirte auch einsetzen und neue Vorschriften und Einschränkungen hinterfragen.
Um den Austausch von Wissen geht es auch bei den Winterveranstaltungen im Arbeitskreis junger Landwirte im Altkreis Burgdorf. Vom Auslandspraktikum in Kanada, über Digitalisierung in der Landwirtschaft bis zum Umgang mit kritischen Verbraucherfragen reicht das Spektrum in diesem Winter. Eine wichtige Frage treibt die Landwirte aktuell vor allem um: Nitrat in der Landwirtschaft und im Grundwasser. Wie kommt es zu den roten Gebieten? „Wir wollen das Thema verstehen“, begründet Philipp Hattendorf den Programmpunkt. Willkommen sind sowohl bei den regionalen Winterveranstaltungen als auch beim Junglandwirtetag junge Menschen mit Interesse an der Landwirtschaft im Alter von 17 bis etwa 35 Jahren.