Bäume leiden unter Stress

Deutlich zu erkennen sind die abgestorbenen Blätter in den Baumkronen am Papenholz. Ein Alarmzeichen jetzt im August. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Dürre nicht beendet, immernoch zu wenig Regen

SEHNDE-LEHRTE (gg). „Die seit Wochen anhaltende Hitze setzt den Stadtbäumen extrem zu“, sagt Sebastian Wels. Der Arboristiker ist in der Sehnder Stadtverwaltung zuständig für Schutzmaßnahmen und sieht dringenden Handlungsbedarf. Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke teilt seine Einschätzung. Er sagt: „Welke Blätter, frühzeitiger Laubfall und kahle Äste. Die Bäume sehen im August aus, als wäre es Anfang Oktober. Das ist höchst alarmierend, denn jetzt müssten grüne Blätter mit der Photosynthese Nährstoffeinlagerung liefern, damit die Bäume den Winter überstehen.“ Der natürliche Wasserhaushalt sei schon mit der Dürre im vorigen Jahr aus den Fugen geraten. Der darauffolgende Winter habe ebenfalls zu wenig Niederschlag gebracht. „Die Boden-Wasserbilanz war im Frühjahr 2019 negativ und ist es auch jetzt. Es hat viel zu wenig geregnet“, sagt der Bürgermeister aus Sicht der Landwirtschaft.
Die Gefahr von sogenannten Grünastbrüchen sei bei den Bäumen gegeben, weil mit dem Wassermangel die Elastizität des Holzes nachlasse. Die von der Hitze geschwächten Bäume seien für Schwächeparasiten ein gefundenes Fressen. „Nicht nur Fichten, auch Birken, viele Mehlbeeren sowie Ahorn leiden stark unter der Hitze. Baumkrankheiten nehmen rasant zu, was auch eine Folge des Klimawandels ist“, sagt Sebastian Wels. Jungbäume könnten mit Gießen noch am Leben gehalten werden, so sein Hinweis, nur stoße der städtische Betriebshof an seine Leistungsgrenze. Er ruft zum Bürgerengagement auf: „Jeder Liter Wasser zählt. Wer mithilft, die Bäume im öffentlichen Grün zu gießen, tut Gutes.“