Ausstellung im Schaufenster

Verena Roth (von links), Dietmar Thomas, Louise Schweigart, ehemalige Lehrter Archivarin im Ruhestand im Gespräch mit dem SPD-Vorsitzenden und Ratsherrn Bodo Wiechmann. (Foto: Helga Laube-Hoffmann)

SPD-Büro an der Bahnhofstraße lädt ein

Lehrte (r/gg). Am 11. April 1945 erreichten die alliierten Streitkräfte Lehrte und setzten damit der NS-Herrschaft ein Ende und befreiten viele Männer, Frauen und Kinder aus der Zwangsarbeit. Dieses Ereignis nimmt die SPD-Lehrte zum Anlass, vom 10. April bis Ende Mai über die NS-Zwangsarbeit in Lehrte zu informieren. Corona-gerecht werden in einer Schaufenster-Ausstellung in allen vier Fenstern des SPD Bürgerbüros, Bahnhofstraße 2, Dokumente und der Entwurf eines Gedenksteins ausgestellt.
Die gezeigten Dokumente und Daten stammen aus öffentlichen Quellen und dem Lehrter Stadtarchiv und geben einen Überblick über die vielen Orte von Zwangsarbeit in der Kernstadt Lehrte und den Ortschaften. Die Dokumente belegen, wie schutz- und rechtlos insbesondere die aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion verschleppten Männer, Frauen und Kinder dem NS-System ausgeliefert waren.
Die Initiatoren der Ausstellung, SPD-Ratsfrau Helga Laube-Hoffmann und SPD-Ratsherr und SPD-Vorsitzender Bodo Wiechmann, erläutern: "Uns geht es um das Erinnern und Gedenken. Wir wollen aber auch zum Nachdenken anregen und die öffentliche Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel der eigenen Geschichte intensivieren."
Die Ausstellung könne nur ein Baustein der Erinnerungskultur in Lehrte sein. Wichtig sei eine wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung durch eine Dokumentation der Opfer der NS Herrschaft in Lehrte. Helga Laube-Hoffmann verweist hierzu auf die geplante Sondersitzung des Kulturausschusses der Stadt Lehrte am 4. Mai und erklärt: "Wir freuen uns über das Angebot des Antikriegshauses Sievershausen zur möglichen Übernahme der Projektträgerschaft, das der Geschäftsführer Elvin Hülser in der Sitzung erläutern wird. Und wir hoffen auf eine breite Unterstützung."
Wegen der Corona Einschränkungen wird auf eine besondere Ausstellungseröffnung verzichtet und bewusst die Präsentation als Schaufensterausstellung gewählt. „Somit haben alle Lehrter die Möglichkeit, sich jederzeit zu informieren“, so Bodo Wiechmann abschließend.