Aus flüssig soll fest werden

Klaus Sidortschuk (von links), Rainer Eberth und Tomma Freesemann beim Spatenstich zur Klärschlammvererdung in Sievershaussen. (Foto: G. Gosewisch)

Spatenstich für Schilfbeet-Baustelle gesetzt

SIEVERSHAUSEN (gg). Mit Zuversicht ist an der Kläranlage der symbolische Spatenstich zum Bau der Klärschlammvererdung gesetzt worden. Bürgermeister Klaus Sidortschuk, Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Ebert, Stadtbaurat Christian Bollwein und Vertreter der Bauausführung, Eko-Plant-Geschäftsführer Stefan Ahrens und Vertriebsingenieurin Tomma Freesemann, sehen dies als Zeichen des Aufbruchs in neue Prozesse. Hintergrund ist die Änderung der gesetzlichen Bestimmungen für die Verwendung von Klärschlamm. Bisher wurde das Endprodukt aus der Kläranlage, der sogenannte Flüssigschlamm mit 98 Prozent Wasseranteil und zwei Prozent Pflanzennährstoffen, auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zur Düngung verwendet oder mit Tanklastern zum Lehrter Zentral-Klärwerk gefahren, um dort, energetisch aufwändig und mit Zuschlagstoffen versehen, in der Zentrifuge entwässert zu werden. Mit der zukünftigen Klärschlammvererdung in Sievershausen gibt es ökologische Vorteile, denn Schilf übernimmt die Entwässerung und Mineralisierung. Die Lehrter Stadtwerke GmbH kaufte dafür ein circa 6.000 Quadratmeter großes Grundstück neben der Kläranlage, errichtet werden derzeit von Eko-Plant Mulden, die mit dicker Teichfolie und einer dünnen Bodenschicht ausgelegt werden. 8.000 Schilf-Pflanzen werden gleichmäßig verteilt eingesetzt und in den nächsten Jahren mit Flüssigschlamm verfüllt – jährlich 4.600 Kubikmeter. Pflanzenwurzeln und Mikroorganismen mineralisieren die Nährstoffe, die Blattmasse sorgt für Verdunstung des Wassers. Übrig bleibt nach rund acht Jahren feucht-nasse Erde, die mit der Räumung der Mulden gewonnen und für die Düngung weiterverwendet werden kann.
„Es gab einen langen Vorlauf vor dem Baubeginn der Mulden, was hauptsächlich an der Schwierigkeit des Flächenankaufs lag. Gut, dass schon Anfang nächsten Jahres der Schilf gesetzt wird“, sagte Rainer Eberth beim Spatenstich. Seit dem Jahr 2013 läuft bei der Stadtwerke GmbH die Vorbereitung der Klärmschlammvererdung – nicht nur in Sievershausen, sondern auch in Ahlten, in Hämelerwald und im Stadtgebiet. Insgesamt werden dann 20.000 Tonnen Flüssigschlamm pro Jahr von 110.000 Schilfpflanzen zu Erde verwandelt.