Auftakt zur Integration

Lehrter Auszeichnung als „Ort der Vielfalt“, Schild am Rathaus. (Foto: Stadt Lehrte/Sandra Oelker)

"Ort der Vielfalt" soll lebenswerter werden

Lehrte (r/gg). Die Auftaktveranstaltung zur Erstellung des städtischen Integrationskonzepts lief am Donnerstag voriger Woche im Kurt-Hirschfeld-Forum. Ehrenamtliche der lokalen Hilfsnetzwerke, hauptamtliche Mitarbeiter der Sozial- und Migrationsarbeit und interessierte Bürger nahmen teil. Resa Deilami, Leiter der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe der Region Hannover, und Séverine Jean, Vertreterin des Vereins Miso Netzwerk Hannover , referierten zu den Entstehungsprozessen der Integrationskonzepte der Region Hannover und der Stadt Hannover. Resa Deilami dazu: „Ein Integrationskonzept kann nur dann auch integrierend sein, wenn es nicht über die Köpfe der Menschen die zu uns gekommen sind hinweg entsteht, sondern gemeinsam mit Ihnen und unter Einbezug ihrer persönlichen Lebenslagen vor Ort“. Bürgermeister Frank Prüße sagte: „Aus den bisherigen Phasen der Migration haben wir viel gelernt. Vieles ist gelungen, einiges kann besser laufen und anderes ist schief gegangen. Auch gehört aus Sicht der Stadtverwaltung und des Stadtrats zu einer gelungenen Integration die Teilhabe derer, die zu uns gekommen sind, an und in dieser Stadtgesellschaft“. Anwohner mit Migrationsbiografie berichteten im weiteren Verlauf der Veranstaltung über ihre persönlichen Erfahrungen und das einstige Ankommen in Lehrte. So auch Olfa Kacem Elaliani. Sie schilderte, wie sie alleinerziehend ohne Zugang zu einem Sprachkurs und ohne Kinderbetreuung nach Lehrte kam - ohne Rückhalt und Unterstützung durch Familie oder Freunde in ihrem Heimatland Tunesien. Heute ist Olfa Kacem Elaliani als Stadtteil-Mutter tätig und übernimmt eine wichtige Funktion als Lotsin für andere Frauen, die sich in ähnlichen Lebenslagen befinden. Sie spricht sich für spezialisierte Unterstützungsangebote für Frauen mit Migrationsbiografie in Lehrte aus. Diese Ansicht teilen auch die Fachkräfte für Migration und Teilhabe in der Stadtverwaltung, Gülten Gailus und Sandra Oelker. „Die Teilergebnisse zeigen uns relevante Handlungsfelder und Schwerpunkte auf, mit denen wir in den nächsten Monaten in öffentlichen Workshops weiterarbeiten werden. Diese Ergebnisse werden wir dann im Anschluss inhaltlich und fachlich verwaltungsintern aufbereiten, so dass wir eine möglichst vielfältige Ausgangslage für die Verschriftlichung des Konzepts zu Grunde legen können“, so Gülten Gailus. Sandra Oelker fügt ergänzend hinzu: „ Es ist uns wichtig, die Lehrter zu beteiligen und mit ihnen über ihre eigenen Erfahrungen in das Gespräch zu kommen. Wir vertreten die Ansicht, dass ein Integrationskonzept nur von, mit und für Menschen gestaltet werden kann und möchten durch die Workshops noch einmal Räume eröffnen, die den Austausch miteinander ermöglichen und Verständnis und Vielfalt fördern.“
Für Rückfragen, Anregungen und Ideen zu den Bereichen Migration und Teilhabe und den Workshops: Telefon 05132 505 32 85.