Anteilnahme am Volkstrauertag

Kranzniederlegung am Ehrenmal.

Ausstellung von Lehrter Gymnasiasten zum Bombenangriff auf Lehrte 1944

LEHRTE (dno). „Zuerst, waren es nur viele, schwarze Punkte am Himmel“, so schildert ein Zeitzeuge den schweren Bombenangriff auf Lehrte am 12. September 1944. Nachzulesen ist dies in einem Brief, der Teil einer Sonderausstellung ist, die im Vorraum der Matthäuskirche zu sehen ist. Diese wurde von Schülern des Leistungskurses Geschichte am Lehrter Gymnasium erarbeitet. Eric Pecher, Felix Jaros und Nils Domenz haben, unterstützt von Lehrkraft Laura Witt, etwa sechs Wochen im Archiv und in der Bibliothek recherchiert, um „Lehrter Geschichte greifbar zu machen“, berichten sie.
„Diese Arbeit hat uns die furchtbare NS-Zeit näher gebracht und wir konnten ein besseres Verständnis dafür entwickeln“, erklärt Eric Pecher. Besonders interessant fanden die drei 17-jährigen Gymnasiasten, das Zusammentreffen mit Zeitzeugen. Eine von ihnen, Thekla Moldenhauer, erzählt bewegend über den Tag des Angriffs, den ein Teil ihrer Familie nicht überlebte: „Ich war noch ein Baby und saß mit meinen Geschwistern und meinen Eltern im Keller als die Bomben über Lehrte fielen.“
Die Ausstellung wird noch etwa bis Ende November in der Kirche zu sehen sein, danach wandert sie voraussichtlich kurz ins Gymnasium, bevor sie dann im Rathaus stehen wird.
Der Volkstrauertag am vergangenen Sonntag konnte sich über mehr Zuspruch freuen als in den Vorjahren. Allein beim ökumenischen Gottesdienst in der Matthäuskirche waren über 162 Besucher. Pastorin Gesa Steingräber-Broder zeigte sich darüber erfreut:“Es gab in der Vorbereitung ein gutes Miteinander und viele Unterstützer.“ Dazu zählten u.a. der SoVD Lehrte, das Rote Kreuz Lehrte, die Schüler des Gymnasiums, die Stadt Lehrte und natürlich die vier Kirchengemeinden.
Bereits im Frühjahr 2019 hatte sich die Stadtverwaltung mit den örtlichen Vereinen, Verbänden und Kirchengemeinden ausgetauscht, wie man den Volkstrauertag anderes gestalten könnte, um mehr Lehrter und Lehrterinnen für diese Gedenkveranstaltung zu begeistern.
„Ziel sollte es sein, den Volkstrauertag als Tag des Gedenkens, der Trauer und der kritischen Reflexion in Lehrte auch zukünftig feierlich zu begehen und die öffentliche Wahrnehmung hierfür zu schärfen“, erklärt Stadtsprecher Fabian Nolting, „Ein herzliches Dankeschön gebührt allen Beteiligten, die mit viel Einsatz und tollen Ideen dazu beigetragen haben, den Volkstrauertag in der Kernstadt neu aufzustellen.“
So wurde nicht nur die Ausstellung mit eingebunden sondern auch der Ablauf modifiziert, in dem der Gottesdienst eine Stunde später startete und der Redner entfiel, stattdessen wurden Feldbriefe von Jugendlichen vorgelesen.
Bei der Kranzniederlegung am Ehrenmal sprach Bürgermeister Frank Prüße gemeinsam mit Jugendlichen und einer Vertreterin des Sozialverbandes die Totenehrung. Musikalisch wurde die Zeremonie vom Musik- und Fanfarenzug Lehrte begleitet.