Allein die Tafel-HelferInnen fuhren fast einmal um die ganze Welt

Die DRK-Familie (Foto: Walter Klinger)
 
Vorsitzender Thomas Bieber dankte Jörg Zacharias (li.) mit der Ehrennadel des Ortsvereins für dessen Leistungen in der Gründungsphase der Lehrter Tafel. (Foto: DRK Le/Achim Rüter)

DRK-Ortsverein Lehrte bilanziert mehr als 20.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden

LEHRTE (r/kl). Bei der jährlichen Mitgliederversammlung des Ortsvereins Lehrte im Deutschen Roten Kreuz (DRK) konnte Vorsitzender Thomas Bieber eine erfolgreiche Jahresbilanz ziehen. Das Deutsche Rote Kreuz in Lehrte ist in zahlreichen Aufgabengebeten tätig. Der Rechenschaftsbericht des Vorstandes wurde zur Veranschaulichung der Aktivitäten mit Bildern lebendig dargestellt.
Die international gültigen Grundsätze der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung zeigten den rund 50 BesucherInnen der Mitgliederversammlung die grundsätzlichen Ziele des Roten Kreuzes auf. Im Laufe der Versammlung wurde deutlich, wie das Rote Kreuz in Lehrte zu diesen Zielen beiträgt.
Bundestagsabgeordnete Dr. Maria Flachsbarth bestätigte in ihrem Grußwort die Notwendigkeit der Rotkreuz-Hilfen. Mit Liebe zum Menschen und viel Herzlichkeit seien die Rotkreuzler auch in Lehrte aktiv. „Der Staat könnte die Aufgaben nicht erbringen, die hier vom Roten Kreuz übernommen werden,“ fasst Flachsbarth die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit zusammen.
In seinem Jahresbericht ging der Lehrter DRK-Vorsitzende Thomas Bieber vor gut 50 Mitgliedern und Gästen auf die einzelnen Aktivitäten des Vorstandes und der zahlreichen Gruppen des Ortsvereins ein. Der Mitte letzten Jahres neu gewählte Vorstand hat sich erfolgreich konstituiert, die Aufgabenverteilung organisiert und begonnen einzelne Projekte umzusetzen.
Im vergangenen Jahr wurde (nach 20 Jahren) das Büro des Ortsvereins renoviert und neu gestaltet. Ziel ist es, für die ehrenamtlich Tätigen gute Arbeitsbedingungen zu schaffen und zum Beispiel das Tagesgeschäft (Mitgliederverwaltung, Schriftverkehr, Organisation der örtlichen Aktivitäten) einfach abzuwickeln, sagt Bieber. Alle bei der letzten Mitgliederversammlung vorgestellten Themen seien abgearbeitet oder bereits begonnen.
Die Organisation der Adventfeier hat Marion Jünemann im letzten Jahr von Hedda Ewert übernommen. Ewert war Jahrzehnte im Ortsvereinsvorstand unter anderem auch als Vorsitzende aktiv. Auch für dieses Jahr wird bereits an den Vorbereitungen für die Veranstaltung am 1. Advent gearbeitet.
Einen kurzen Rückblick auf die Auslandshilfe – das DRK Lehrte fährt seit 1993 regelmäßig nach Rumänien – gab Achim Rüter. Im verrgangenen Jahr wurden Stapelstühle, Pflegehilfsmittel und Brillen mitgenommen sowie vor Ort Lebensmittel und Hygieneartikel gekauft. Helmut Famulla berichtete, wie vor Ort die Verwendung der Brillen organisiert wird. Insgesamt hat das DRK Lehrte etwa 5.000 Euro in die Auslandshilfe investiert.
Mit 26 aktiven HelferInnen ist in Lehrte eine der starken Bereitschaften in der Region Hannover ansässig. Insgesamt wurde an 64 Tagen Sanitätsdienst gemacht. Dazu kamen Einsätze im Rahmen der Schnelleinsatzgruppe und Übungen. Allen Lehrtern ist die Evakuierung vom Januar 2010 in Erinnerung, hier hatte das DRK die Betreuung der Lehrter Bevölkerung übernommen. Kurz vor Weihnachten mussten dann nach einem Eisregens 350 Fahrgäste eines stecken gebliebenen Regionalexpress mit Decken und warmen Getränken ersorgt werden. Die Helfer der Bereitschaft leisteten letztes Jahr etwa 7.350 Stunden.
Eine konstante Größe im DRK Bericht ist seit Jahren das Angebot an Bewegungsprogrammen. Unter Leitung von Ingrid Wilkening gibt es jede Woche zwei Gruppen, die Seniorengymnastik im DRK-Haus an der Ringstraße machen und eine, die zur Wassergymnastik ins Hallenbad nach Mehrum fährt. Darüber hinaus hat das Rote Kreuz im letzten Jahr in zwei Gruppen an 30 Terminen Yoga angeboten. Regelmäßig einmal im Quartal startet ein Kurs zum Gedächtnistraining. Auch diese außergewöhnlichen Angebote werden von der Lehrter Bevölkerung gut angenommen und sollen ausgebaut werden.
Mit 1.012 Blutspendern gab es 2010 einen leichten Rückgang, dafür sind die Lehrter Spender sehr treu, bestätigte Gabi Bolte, die das Blutspendeteam in Lehrte leitet. In jedem Quartal gibt es in der Kernstadt zwei Blutspendetermine. Einen besonderen Reiz hatte im letzten Jahr der sommerliche Sondertermin. Insgesamt 160 Spender – mehr als sonst bei Blutspendeterminen in der Woche – kamen sonntags ins DRK-Haus und ließen sich nach der Spende mit frisch Gegrilltem verwöhnen.
Das Jugendrotkreuz bot zahlreiche Aktivitäten, Höhepunkte waren das Pfingstzeltlager und Abenteuer-Übernachtungen im DRK-Haus. Kinder und Jugendliche, die beim JRK reinschnuppern möchten können gerne zu den Gruppenstunden immer dienstags 16.30 bis 18.00 Uhr ins DRK Haus an der Ringstraße kommen.
In der Kleiderkammer gab es im letzten Jahr auch Veränderungen, die langjährige Leiterin Eva Borries musste sich aus gesundheitlichen Gründen zurück ziehen. Borries hatte mit ihrem Leitspruch „in der DRK-Kleiderkammer liegt nur, was ich meinen Kindern anziehen würde“ den Qualitätsanspruch des Roten Kreuzes in diesem sozialen Aufgabengebiet maßgeblich mit geprägt.
Aufgrund der steigenden Bedürftigkeit und Nachfrage (letztes Jahr wurden fast 4000 Kleidungsstücke ausgegeben) hat das DRK Lehrte sein Angebot inzwischen auf Kinderkleidung ausgeweitet. Vorsitzender Thomas Bieber bestätigte, dass alle beim DRK abgegebenen Kleidungsstücke sortiert werden und rief die Mitglieder auf nicht mehr benötigte Kleidung bei der Kleiderkammer abzugeben.
Hildegard Herder berichtete über die Angebote des DRK in der Seniorenbegegnungsstätte Goethestraße. Regelmäßig am 2. Dienstag und jeden 3. Freitag im Monat treffen sich dort rund 35 ältere Menschen. Inzwischen haben sich schon feste Gruppen gebildet, die gemeinsam Karten oder Mensch-ärgere-Dich-nicht spielen. Höhepunkt im letzten Jahr war eine Erholungswoche in Bad Bevensen, die Herder organisiert hatte. Für Hildegard Herder ist das glückliche Gesicht und Lächeln ihrer Gäste reichlich Belohnung für die ehrenamtliche Tätigkeit.
Eine stattliche Jahresbilanz kann auch die in Trägerschaft des Lehrter DRK organisierte Tafel vorweisen. Jede Woche wurden an zwei Terminen Lebensmittel an Berechtigte ausgegeben. Insgesamt rund 70.000 Portionen. Um die Lebensmittel zu beschaffen sind die Helfer mit 34.702 Kilometern fast einmal um die Erde gefahren und haben 160 Tonnen Lebensmittel bewegt. Insgesamt leisteten die ehrenamtlichen Tafelhelferinnen Mitarbeiter 11.333 Arbeitsstunden. Für sein außergewöhnliches Engagement in der Gründungsphase der Lehrter Tafel wurde Jörg Zacharias mit der Ehrennadel des Ortsvereins ausgezeichnet.
Der von Schatzmeister Günter Meyer vorgetragene Kassenbericht wurde zustimmend zur Kenntnis genommen und der Vorstand für seine Tätigkeit entlastet. Bei der Behandlung des Haushaltsplanes wurde deutlich, dass der DRK Ortsverein Lehrte auf Beitrags- und Spendenrückgänge reagieren muss. Die Versammlung beschloss den vom Vorstand eingebrachten Grundsatzbeschluss, künftig einen Mindestbeitrag von zwei Euro zu erheben. Zur Förderung der aktiven Mitarbeit sollen ehrenamtlich Tätige jedoch nur die Hälfte bezahlen.
Mit einem Ausblick auf die vom DRK-Vorstand geplanten Aktivitäten und einem allgemeinen Austausch bei Kaffee und Kuchen endete die Versammlung.
BILDUNTERSCHRIFT:
Auch die jährliche Mitgliederversammlung bedeutete nur ein kurzes Innehalten bei den Lehrter DRK-Aktivitäten. Bereits kurz darauf präsentierte der Ortsverein seine Angebote an Infoständen erfolgreich auch beim „1. Gesundheitstag Lehrte“ (unser Foto), wobei Schriftführer Achim Rüter (li., auf der Bühne) bei seiner Moderation erneut bewies, dass sich sein beredtes Werben für das DRK nicht allein in der Schriftform erschöpft. Foto: Walter Klinger