Akademie gründet Außenstelle in Immensen

Dieter Schubert betreut die Akademie-Sammlung in seiner China-Galerie. (Foto: Thorsten Schirmer)

Interkultureller Verein baut eine Sammlung west-östlicher Malerei auf

Lehrte (sch). China beginnt in Immensen – so zumindest auf dem Gebiet der Kunst. Seit über 30 Jahren unterhält Dieter Schubert in seinem Haus an der Ziegeleistraße eine Galerie für chinesische Malerei mit angeschlossener Werkstatt für Rahmungsarbeiten. Der pensionierter Oberstudienrat des Gymnasiums Lehrte war einer der ersten Fachleute, die im Zuge der Öffnungspolitik Deng Xiaopings 1979 im Auftrag der Bundesregierung nach China entsandt wurde, um im Rahmen eines Förderungsprojektes für Hochbegabte an der Tongji-Universität in Shanghai Mathematik, Physik und Technisches Zeichnen zu unterrichten. Seitdem hat ihn die Faszination für das Reich der Mitte und seine jahrtausendealte Kultur nicht mehr losgelassen. Über viele Jahre hinweg hat er Kunstausstellungen für chinesische Maler organisiert und begleitet, zudem ist er gemeinsam mit seiner chinesischen Ehefrau Xin Schubert als Repräsentant für die chinesische Provinz Shandong aktiv. Nun kommt eine weitere Aufgabe hinzu, für die er seine Galerieräume bereitstellt.
Die gemeinnützige „Akademie für west-östlichen Dialog der Kulturen e.V.“, ein bundesweit aktiver Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Philosophen und Künstlern, wurde 2018 zum Zweck der Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie der Kunst und Kultur mit dem Schwerpunkt einer interkulturellen Begegnung in Theorie und Praxis gegründet. Ziel aller Aktivitäten der Akademie ist, Impulse für einen multikulturellen Dialog auf Augenhöhe zu geben, der auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt und von Zuwanderung beeinflussten Gesellschaft Antworten formuliert. Zu diesem Zweck hat die Vereinssektion Niedersachsen damit begonnen, eine Sammlung mit zeitgenössischer Malerei aus Niedersachsens chinesischer Partnerprovinz Anhui und niedersächsischen Künstlern mit nachhaltigen Einflüssen chinesischer Stilmittel in ihrem Œuvre anzulegen. Mit Dieter Schubert, selbst Mitglied der Akademie, wurde nun die Gründung einer Außenstelle vereinbart, die über ein Depot verfügt und auf die Infrastruktur der Galerie zurückgreifen kann. Ein Sammlungsgrundstock aus Dauerleihgaben und Schenkungen ist bereits vorhanden, nun soll sie Schritt für Schritt wachsen, kunstwissenschaftlich aufgearbeitet und öffentlich präsentiert werden.
„Das ist eine sehr sinnvolle Sache“, urteilt Schubert über das Vorhaben der Akademie, schließlich sei es in China eine Selbstverständlichkeit, sich in westlichen Maltechniken zu schulen und auszudrücken, wohingegen bei uns noch weitgehende Unkenntnis über die chinesische Malerei herrsche. „Dabei verfügt China über die längste, ununterbrochene Kunstgeschichte der Welt“, führt Schubert weiter aus. Diese für ein tieferes Verständnis der chinesischen Kultur zu präsentieren und zu vermitteln, ist ihm zur Lebensaufgabe geworden. „Dafür schaffe ich gerne Raum und gebe meine volle Unterstützung. Darüber hinaus bin ich zuversichtlich, dass sich Shandong auch in das Projekt einbringen wird“, erklärt er hinsichtlich des ambitionierten Vorhabens der Akademie.