Abschied von Klaus Sidortschuk

Im Ruhestand will Klaus Sidortschuk das Lehrter Leben, auch bei den Volleyballspielen der Sportfreunde Aligse, genießen. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Bilanz vor Wechsel im Bürgermeisteramt

LEHRTE (gg). „Ich habe die letzten acht Jahre sehr gerne und mit Leidenschaft für das Wohl unserer Stadt gearbeitet“ sagt Bürgermeister Klaus Sidortschuk, der nach verlorener Wahl im Juni sein Amt jetzt an Frank Prüße übergibt. Mit Antworten auf die Fragen „Was hat die Zeit mit sich gebracht? Was hat geprägt?“ zieht er Bilanz. Erhebliche Veränderung sieht er in der Stadtentwicklung. Das Zuckerzentrum, das Stadtwerke-Kundenzentrum am Wasserturm, das Parkhaus und die Verbindung des Hohnhorst-Parks nennt er als wichtigste Beispiele, die zur Attraktivität des Zentrums beitrügen. Hinzu komme das öffentliche WLAN.
Zu den größten Investitionsvorhaben in der Geschichte gehört das neue Feuerwehr-Gerätehaus samt Werkstätten des Baubetriebshofes. Das Beispiel Bahnhofstraße zeige, dass manche Ziele nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten erreichbar seien. Die Bereitschaft der DB zur gemeinsamen Entwicklung der Flächen und das in Aussicht stehende Förderprogramm „Zukunftsräume Niedersachsen“ lasse auf Investitionen hoffen.
„Die städtischen Baugebiete in Sievershausen, Arpke und Ahlten sind bereits oder werden jetzt besiedelt, das Baugebiet in der Kernstadt wird dafür gerade vorbereitet. Über vierhundert Wohneinheiten für jeden Bedarf, von der geförderten Mietwohnung bis zum Einfamilienhaus, werden hier entstehen. Drei weitere private Baugebiete in Immensen, Ahlten und Röddensen sind in der Planung“, bilanziert Klaus Sidortschuk zu den größten Entwicklungen.
„Die Stadt Lehrte war in meiner Amtszeit auch bei der Planung und Realisierung großer Vorhaben (wie auch beim Bau Mega-Hub) die verlässliche, an den notwendigen Stellen kritische und korrigierende, aber eben immer verlässliche Partnerin. Ich habe jeweils zur Verpflichtung auf das Gemeinwohl gestanden. Das war mein stetes Ziel, dafür bin ich eingestanden und dafür habe ich erforderlichenfalls auch gestritten“, sagt Klaus Sidortschuk.
Sidortschuk betont: „Als Bürgermeister habe ich viele positive Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung erleben dürfen. Es gab jedes Jahr mehrere Informationsveranstaltungen beispielweise zu Bebauungsplanverfahren, Baumaßnahmen, zur Prüfung einer möglichen Wochenmarktverlegung, zu den Standorten von Flüchtlingsunterkünften oder zur Schulentwicklung.“ Die Lehrter Sportflächen seien unter die Lupe genommen worden, wurden zum Teil renoviert und in diesem Jahr die umfangreiche Förderung von drei Kunstrasenplätzen beschlossen. Die Planung für ein zukunftsfähiges Lehrter Schwimmbad ist unter Bürgerbeteiligung im vollen Gang.
„Die Diskussion um die Schulstruktur in Lehrte hat sich über meine gesamte Amtszeit fortgesetzt“, sagt Klaus Sidortschuk. Die Debatten um die Integrierte Gesamtschule, deren Standort und die Errichtung der pädagogisch notwendigen Oberstufe für diese Schule habe Zeit und Kraft gekostet.
Die Schaffung des „Lehrter Standards“, eine verlässliche Betreuung für alle Grundschulkinder bis 17 Uhr, auch in den Ferien, sei eine Errungenschaft.
Der Kita-Ausbau schreite voran, 350 Plätze stehen in Aussicht. „Beschlüsse dafür liegen vor und die Umsetzung läuft bereits“, sagt Klaus Sidortschuk. Die Einrichtung eines städtischen Ordnungsdienstes soll sich außerdem positiv auf unser Stadtbild auswirken. Der Verschmutzung und widerrechtlichen Nutzung öffentlicher Freiflächen soll stärker entgegengewirkt werden. Ausdrücklich würdigt Klaus Sidortschuk die Arbeit aller, die sich für die Stadtentwicklung engagiert haben, insbesondere auch in Bezug auf die Integrationskultur.
Klaus Sidortschuk wechselt in den Ruhestand. In Lehrte wohnen wolle er weiterhin ganz sicher und das tun, was in Lehrte dazugehört, wie die Volleyballspiele der Sportfreunde Aligse anschauen. Er sagt: "Ich bin jetzt 56 Jahre alt. Alles weitere beruflich wird sich zeigen."