40 Cent pro Quadratmeter machen es möglich

Hans-Heinrich Prüße (von links), Dirk Claus, Berthold Jöhrens und Björn Rohloff empfehlen das Projekt "Blühende Felder in Ahlten". (Foto: Gabriele Gosewisch)

Landwirte bieten Bürgern Naturschutz-Maßnahme an

AHLTEN (gg). Etwas Blühendes für das Ortsbild planen die Landwirte der Agro GbR auf einer zwei Hektar große Fläche am Friedhofskreisel. Bisher wurde diese Fläche ackerbaulich genutzt, aber im Frühjahr könnten Blüh-Saaten als reine Naturschutzmaßnahme eingesät werden, sofern die Ahltener im bürgerschaftlichen Engagement finanzielle Unterstützung leisten. „Das ist ganz neu, aber dem Konzept nach verständlich“, sagt Björn Rohloff, Experte in der Stiftung Kulturlandpflege. „Staatlich geförderte Programme sind hoch-bürokratisch“, erklärt er bei einer eigens einberufenen Bürgerversammlung an der Backhausstraße auf „Jöhrens Hof“. Wenn das Land Niedersachsen oder die EU plane, gebe es strikte und zeitlich enge Vorgaben, die der Landwirt einhalten müsse. Zur Aussaat seien diese dem Kalender nach zwar richtig geplant, aber nicht immer mit der eintretenden Witterung vereinbar. Richtig schwierig werde die Einhaltung der staatlichen Vorgaben beim Schutz der Naturschutzflächen, denn die dürften während der Vegetation weder betreten noch befahren werden. Dies sei für die Arbeitspraxis der Landwirte kein Problem, wohl aber für unwissende oder dreiste Anwohner, so Björn Rohloffs Erfahrung. Er sagt: „Wir kennen das. Da wird wild Quad gefahren oder die Leute laufen drin herum, womöglich noch mit Hund. Wir merken das, die Kontrolleure auch, dann wird die finanzielle Förderung gestrichen. Die Landwirte bleiben auf den Kosten sitzen und Strafen drohen zudem.“ Die Landwirte im Zusammenschluss der Agro GbR betonen in der Versammlung ihre Offenheit für Naturschutzmaßnahmen, selbst wenn sie aufwändig sind. „Man kann viel machen für die Biodiversität. Das hat aber einen langen Zeitplan“, sagt Dirk Claus. Er hofft, dass sich mit dem bürgerschaftlichen Engagement und der selbstorganisierten Finanzierung auch ein besseres Bewusstsein für den Naturschutz einstellt. Die Vision sei nicht nur eine bunte Blütenpracht, ein Refugium für Tiere und Insekten soll entstehen. „Werden Wildtiere oder Feld-Vögel auf die Fläche kommen, die sehr dicht am Neubaugebiet liegt?“, so eine aufkommende Frage in der Bürgerversammlung. „Sorgen mache ich mir nur, wenn ich sehe, wie viele Hauskatzen frei herumlaufen und großen Schaden anrichten“, sagt Björn Rohloff. Hans-Heinrich Prüße, Landwirt in der Agro GbR sagt: „Wir sind und bleiben Landwirte. Unser Ziel ist die Ernte auf unseren Flächen, und das muss wirtschaftlich bleiben. Für den Naturschutz müssen alle, die hier wohnen, mit in das Boot, sonst geht es nicht.“ Aufgerufen sind Interessierte, für das Projekt „Blühende Felder in Ahlten“ finanzielle Unterstützung zu leisten: beispielsweise mit 40 Cent pro Quadratmeter. Kontakt gibt es telefonisch unter den Rufnummern: 0171 55 93 377 oder 0172 42 92 180.