Laienspielgruppe „Die Unverzagten“ Ahlten trifft mit Lustspiel die Lachmuskeln ihres Publikums

Vier Frauen mit unterschiedlichem Kenntnisstand (von links): Claudia Fink (Jana Wellmeyer), Elsbeth Reuter (Maria Kleinert), Moni (Corinna Bode) und Elvira Fink (Heike Wellmeyer).
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  • Vier Frauen mit unterschiedlichem Kenntnisstand (von links): Claudia Fink (Jana Wellmeyer), Elsbeth Reuter (Maria Kleinert), Moni (Corinna Bode) und Elvira Fink (Heike Wellmeyer).
  • Foto: Horst-Dieter Brand
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AHLTEN (hdb). Heißt der angebliche Mitbewohner nun Jochen oder Klaus? Und hört die vermeintliche Zimmernachbarin auf den Namen Ursula oder Claudia? Und warum nur eine Zahnbürste im Badezimmer? In einer vermeintlichen Wohngemeinschaft geht es drunter und drüber – sehr zum Vergnügen des Publikums. Die „Unverzagten“ feierten jetzt erfolgreiche Premiere mit dem Lustspiel „Ich WG“.
Der Dreiakter von Andreas Keßner hat in seiner Grundidee alle Zutaten eines Verwirrspiels mit viel Situationskomik, zumal der bekannte Trick greift, dass das Publikum stets mehr weiß als die handelnden Personen. Gängige Klischees sind aber unvermeidlich, wenn ein 42-jähriger verklemmter Junggeselle endlich bei seiner dominanten Mutter auszieht und der Blumenfreund - Nichtraucher und Abstinenzler - in abendlicher Einsamkeit den Pflanzen von seinem Berufsalltag als Fernsehverkäufer erzählt.
Seine Mutter hatte allerdings darauf bestanden, dass ihr Filius in eine WG mit rechtschaffenen Bewohnern zieht. Als sie ihren Besuch ankündigt, muss er zum Schein und auf die Schnelle drei Freunde zum Kaffeeklatsch überreden
Markus Lehnert spielt den leicht verschrobenen Typen mit hilflosen Gesten und treffsicherer Mimik (manchmal sogar leicht übertrieben). Ein Kabinettstückchen auf der Sofakante gelingt ihm mit der ebenso schüchternen Claudia Fink (Jana Wellmeyer). Sie hat in ihrem schrill-bunten Outfit, mit großer Hornbrille und unsicherem Gekicher die Lacher schnell auf ihrer Seite.
„Ich habe sehr darauf geachtet, die Charaktere herauszuarbeiten“, verriet Regisseur Klaus-Dieter Garms kurz bevor sich der Vorhang in der Pausenhalle der Grundschule hob. Das ist ihm, allerdings nicht durchgängig, auch gelungen.
Maria Kleinert als Mutter mit urkonservativer Moralvorstellung und Vorurteilen - in einer WG laufen alle nackt herum und rauchen „Majoran“ - hat offensichtlich von Garms` Konzeption am meisten profitiert. Denn der Seniorin des sechsköpfigen Ensembles gelingt als Elsbeth Reuter eine eindrucksvolle Charakterstudie, und die Kontrollsüchtige muss dabei nicht einmal „dick auftragen“.
Das übernimmt der mutmaßlich dritte WG-Bewohner, den Dieter Mücke mit rauchigem Organ, Lachkrämpfen und unstillbarem Alkoholgenuss ausstattet (der auch den Auftritt in Unterhose entschuldigt).
Heike Wellmeyer als Elvira Fink und Corinna Bode als schwangerer Punk vervollständigen das gut aufeinander eingespielte Sextett. Es ist nicht dessen Schuld, dass der Aufführung gegen Ende regelrecht die Puste ausgeht.
Die Pointe, die hier nicht verraten werden soll, ist dann doch zu platt und zu vorhersehbar. Dennoch: viel Gelächter, aufmunternder Szenenapplaus und anhaltend starker Schlussbeifall.
Weitere Vorstellungstermine in der Pausenhalle der Grundschule Ahlten sind - jeweils ab 19.30 Uhr - der Freitag, 31. Oktober, und (an diesem Tag zusätzlich auch 15.00 Uhr-Vorstellung mit Kaffee und Kuchen) am Samstag, 1. November.
Die mittlerweile schon traditionellen (und stets früh ausverkauften) Vorstellungstermin im Lehrter Kurt-Hirschfeld-Forum sind dieses Mal der Samstag, 22. November, um 15.00 und um 19.30 Uhr. Für die Vorstellung am Samstag, 8. November, ab 19.30 Uhr im Forum der Kooperativen Gesamtschule Sehnde sind Karten beim Druckwerk, Mittelstraße 31, erhältlich.

Autor:

Redaktion Marktspiegel aus Burgdorf

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