Weniger Zonen, bessere Angebote

Stellen die ersten Ergebnisse der Tarifreform vor: Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz (links) und GVH-Geschäftsführer Ulf Mattern.  (Foto: Region Hannover / Carmen Pförtner)

Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz stellt GVH-Tarifreform vor

REGION (r/gg). Einfachere Tarife, einheitliche Zonen, attraktivere Preise: Anfang 2020 tritt die GVH-Tarifreform in Kraft. Seit Monaten arbeiten Experten an der Reform, die eine Vereinfachung des Tarifsystems und damit eine Verbesserung für Kunden als Ziel hat. Die ersten Ergebnisse der Reform stellten Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz und GVH-Geschäftsführer Ulf Mattern den Mitgliedern des Verkehrsausschusses der Region vor.
„In Zukunft wird es nur noch drei Tarifzonen für alle Fahrkarten geben“, sagt Ulf-Birger Franz. Bisher wurde das GVH-Tarifgebiet in drei oder aber vier Zonen unterteilt – je nachdem, welche Fahrkarte der Kunde kaufen wollte. „Die Unterteilung in zwei Zonen innerhalb der Landeshauptstadt fällt weg – was bedeutet, dass wir bisherige Preisstufen miteinander mischen mussten“, erklärt Ulf-Birger Franz. Konkret: für mehr als 60 Prozent der Kunden von Zeitfahrkarten bleibt der Preis ab 2020 stabil, rund 30 Prozent werden weniger bezahlen als bisher. Etwa ein bis zwei Prozent der Fahrgäste müssen mit Preisanhebungen rechnen – jene, die bisher aus der Zone "Umland" oder der Zone "Region" in die Zone „Hannover 2“ gefahren sind. „Da wir die zwei Zonen innerhalb der Landeshauptstadt auflösen, wird diese Fahrt durch den Mischpreis teurer – dafür können die Kunden aber in der gesamten City fahren, auch bis mitten in die Innenstadt hinein“, sagt Ulf-Birger Franz. Weniger bezahlen als bisher werden Bürger aus dem Umland der Region, die nicht nach Hannover ein- und auspendeln: es soll eine neue Monatskarte eingeführt werden, die ausschließlich für die Zonen außerhalb der Landeshauptstadt gilt und preislich sehr viel attraktiver ist, als bisherige Fahrkarten. „Bislang nutzen nur wenige Menschen für Fahrten innerhalb von Garbsen, Barsinghausen oder Lehrte eine Monatskarte. Wir möchten dies ändern und auch auf Strecken im Umland mehr Menschen als Stammkunden für den Nahverkehr gewinnen. Dazu sollen auch günstigere Tarife beitragen“, erläutert Ulf Mattern.
„Eine Änderung, die einschlagen wird, ist die neue Ganzjahres-Netzkarte für Schüler in der Region Hannover“, sagt Ulf-Birger Franz. Die unter dem Namen „GVH SchulCard“ bekannte Fahrkarte steht allen Schülern der Klassen eins bis zehn mit einem Schulweg von mehr als zwei Kilometern zu. Bisher war diese nur in den Tarifzonen des jeweiligen Wohnortes bis zur Schule und nur während der Schulzeiten, nicht aber in den Sommerferien gültig. Das soll sich ab 2020 ändern: „Die neue Ganzjahres-Netzkarte wird im gesamten GVH-Tarifgebiet gültig sein und das ganze Jahr über, in der Freizeit sowie in den Ferien“, sagt Ulf-Birger Franz.  Auch für Großkunden wird es einige Verbesserungen geben. Geplant wird, dass Firmen für ihre Mitarbeiter Monatskarten im Regionaltarif bestellen können. So sollen auch Fahrgäste aus den angrenzenden Landkreisen in Zukunft Job-Tickets oder Sammelbesteller-Abos nutzen können.
Noch sitzen die Tarifexperten zusammen, um am verbesserten Angebot zu feilen. Nach den notwendigen Beschlüssen und der Tarifgenehmigung ist der Startzeitpunkt der GVH-Tarifreform im Januar 2020.